FUSSBALL
Neues Jahr, alte Geldsorgen: Swift drohte Zwangsversteigerung
Zwei weitere FIFA-Transfersperren, ein riesiger Schuldenberg und jetzt der Gerichtsvollzieher: Das Kalenderjahr beginnt für Swift Hesperingen mit weiteren Hiobsbotschaften. Am Mittwoch könnte Sportmaterial des BGL-Ligue-Klubs unter den Hammer kommen. Der Verein will das noch verhindern.
Die dunkeln Wolken bleiben über dem Himmel des Swift Hesperingen Foto: Editpress/Gerry Schmit
„In der Presse tauchen immer wieder Sachen auf, die nicht stimmen. Flavio Becca wird alles regeln, was der Vergangenheit angehört, aber die Zukunft bestimmt er nicht mit.“ Mit dieser Aussage wollte Swift-Präsident Fernand Laroche am 2. November 2025 noch gesunden Optimismus durchblicken lassen, was die dramatische Finanzlage auf dem Holleschberg angeht.
Zwei Monate später ist klar, dass es (wieder) bei leeren Versprechen blieb: Inzwischen ist die Liste der Spieler, die bei der FIFA wegen ausstehender Gehälter geklagt haben, nicht kleiner geworden – im Gegenteil. Am Montag und Dienstag kamen noch einmal zwei weitere Einträge auf der „FIFA Transfer ban“-Liste hinzu. Heißt im Klartext: Der Verein darf erst wieder transferieren, wenn die ausstehenden Gehälter an die 14 Spieler ausbezahlt worden sind, die eine internationale Klage eingereicht haben.
Doch auch auf nationaler Ebene steckt der Swift in Schwierigkeiten. Der Gerichtsvollzieher könnte am Mittwoch einen Teil des Sportmaterials des Klubs zwangsversteigern. Dies geht zumindest aus einem Facebook-Eintrag der Etude Geoffrey Gallé hervor. Der Zwangsverkauf soll am Mittwoch um 11.00 Uhr im Stadion stattfinden. Hanteln, ein Ping-Pong-Tisch, Möbel, Pfosten und Bälle ... bis hin zur Kaffeemaschine einer Marke, die man mit dem ehemaligen Investor in Verbindung bringt: Dem Swift bleiben nur noch wenige Stunden, um die Rechnungen eines Klägers zu begleichen, ansonsten wird das Material versteigert. Der Hesperinger Präsident war telefonisch nicht zu erreichen. Gegenüber rtl.lu zeigte er sich (gewohnt) zuversichtlich: Man werde die Sache noch am Dienstag in Ordnung bringen und die Versteigerung verhindern. Wer in diesem Fall bei der Etude Gallé geklagt hatte, ist nicht bekannt.
Im September 2025 hatte Laroche den endgültigen Abgang von Becca als Investor bestätigt. Dieser hatte sich in den Monaten zuvor rar gemacht. Die Hoffnungen, dass der frühere Geldgeber die ausbleibenden Lohnzahlungen zeitnah regeln würde, waren bei den verbliebenen Vereinsverantwortlichen groß.
Schon in den Monaten davor bestimmten Beschwerden bei der ITM (von Spielern, die als Arbeitnehmer des Swift gelten), internationale Transfersperren und sogar eine Schlägerei zwischen Ex-Trainer und Ex-Sportdirektor den Alltag des angeschlagenen Vorstadtklubs. Eine Zwangsversteigerung wäre ein weiteres trauriges Kapitel der Vereinsgeschichte.