Fußball

Neue Damen-Nationaltrainer starten unter ungünstigen Voraussetzungen

Cristina Correia und Daniel Zirbes geben beim Doppeltermin gegen Israel (14. und 18. April) ihr Debüt als Damen-Nationaltrainer. Die Nachfolger von Dan Santos müssen in den beiden WM-Qualifikationspielen auf viele wichtige Spielerinnen verzichten und haben deshalb mit Startschwierigkeiten zu kämpfen.

Marta Estevez konzentriert im Gespräch, erfahrene Führungskraft im Team, zentrale Rolle im Erfolg des Projekts

Auf die Erfahrung von Marta Estevez (l.) wird es ankommen Foto: Editpress/Fernand Konnen

Nach dem Rausschmiss von Dan Santos am 12. März übernahmen Cristina Correia und Daniel Zirbes vor etwas mehr als einer Woche die Leitung der Damen-Nationalmannschaft. Ausgerechnet vor den beiden wichtigen Spielen gegen Israel hat das neue Duo mit einem Lazarett zu kämpfen. Allen voran wird Kapitänin und Bundesliga-Profi Laura Miller fehlen. „Das ist eine ganz blöde Situation. Sie hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen. Wir waren in ständigem Austausch mit dem 1. FC Nürnberg. Am Ende musste jedoch entschieden werden, dass es nicht für die Israel-Spiele reichen wird, da ihre Wiedereingliederung ins Mannschaftstraining erst am 15. April vorgesehen ist“, erklärte Zirbes anlässlich der Kadernominierung am Donnerstag.

Miller ist jedoch nicht die einzige Säule, die gegen Israel nicht dabei sein wird. Abwehrspielerin Andrei Machado (Muskelverletzung) und Flügelspielerin Caroline Jorge (Kreuzbandriss) werden auch nicht zur Verfügung stehen. Stürmerin Amy Thompson befindet sich nach ihrer Verletzung im Aufbau, Edina Kocan fehlt aus beruflichen Gründen, Rita Leite leidet an einer Bänderüberdehnung und Olivia Konsbrück muss aus schulischen Gründen passen.

Im Vergleich zu den beiden Quali-Spielen gegen Schottland kehren aber Leila Schmit und Joana Lourenco wieder in den Kader zurück. Das neue Nationaltrainer-Duo musste gezwungenermaßen fünf Spielerinnen nominieren, die bisher noch nicht im FLF-Kader standen: Diana Teles (D03), Silvia Conte, Ana Barbosa (beide RFCUL), Joana Ribeiro (Kehlen), Carmen Kirps (1. FC Saarbrücken/D) und Aina Fernandez-Berenguer (FC Metz/F).

Trotz der schwierigen Voraussetzungen glauben die Nachfolger von Santos an ihre Mannschaft. „Die Mädels wollen sich beweisen und zeigen, dass sie in dieser Liga B mitspielen können“, sagt Zirbes. Correia glaubt an die Arbeit, die in den vergangenen Jahren geleistet wurde, um die Ausfälle aufzufangen: „Wir arbeiten seit sechs Jahren zusammen. Es gibt eine klare Struktur. Trotzdem ist es ein schwerer Moment, aber solche Situationen bieten junge Spielerinnen auch die Möglichkeit, sich zu beweisen.“

Zirbes und Correia haben sich seit ihrem Amtsbeginn ihre Gedanken gemacht und die Aufgaben klar aufgeteilt. Der 30-jährige Deutsche wird das Coaching während des Spiels übernehmen, während die 44-jährige Luxemburgerin den Gesamtüberblick inklusive der Videoanalyse haben soll. Am Spielstil oder der taktischen Herangehensweise wollen beide nicht viel ändern. „Wir haben uns zuletzt sehr intensiv ausgetauscht und geschaut, was der Mannschaft helfen könnte. Der Schwerpunkt wird auf der Defensive legen. Gegen Schottland haben wir in zwei Partien zwölf Gegentore kassiert, daran müssen wir arbeiten. Die Mannschaft muss auch ruhiger im Ballbesitz werden“, erklärt Zirbes.

Nach der Auslosung ist man FLF-Kader davon ausgegangen, dass Israel der Gegner in dieser Gruppe sein wird, gegen den man Punkte holen kann. Zirbes zeigte sich am Donnerstag vorsichtig optimistisch: „Die Gruppenfavoriten sind ganz klar Schottland und Belgien, aber Israel hat auch eine sehr talentierte Truppe. Physisch werden diese Spiele anspruchsvoll für uns werden. Sie werden sehr motiviert gegen uns sein, da sie wie wir unsere ersten beiden Gruppenspiele verloren haben.“

Das neue Duo wird sein erstes Training mit der kompletten Mannschaft am 7. April abhalten. Sechs Tage später geht es nach Ungarn, wo am 14. und 18. April im BSC-Stadion von Budaörs (nahe Budapest) die beiden Qualispiele gegen Israel stattfinden werden. Die Partien werden wegen der angespannten Sicherheitslage im Land des Gegners auf neutralem Grund und unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen.

Die Übersicht

Der FLF-Kader:

Tor: Emma Goetz (Austria Wien/AUT), Joy Jung (Hesperingen), Lucie Schlimé (SC Sand/D)
Abwehr: Ana Barbosa, Silvia Conte (beide RFCUL), Amal Cherkane (Bettemburg), Kimberley dos Santos (1. FC Saarbrücken/D), Liane Freymann (Deutz 05/D), Emma Kremer (Vorwärts Spoho/D), Joana Ribeiro (Kehlen), Vera Villegas (Stade de Reims/F)
Mittelfeld: Carolina Barbosa (Kehlen), Marta Estevez (RFCUL), Aina Fernandez-Berenguer (FC Metz/F), Carmen Kirps (1. FC Saarbrücken/D), Catarina Lavinas (Famalicao/POR), Leticia Mateus (Junglinster), Anna Miny (TuS Issel/D), Charlotte Schmit (Sporting CP/POR), Leila Schmit (SV Elversberg/D)
Angriff: Hannah Dietrich (1. FC Saarbrücken/D), Charlie Jorge (Junglinster), Rachel Kirps (SV Elversberg/D), Joana Lourenco (Diekirch), Barbara Serra (Ell), Diana Teles (D03)

Das Programm:
14. April, um 19.15 Uhr in Budaörs (UNG):
Israel - Luxemburg
18. April, um 18.00 Uhr in Budaörs (UNG):
Luxemburg - Israel

Veränderungen im Trainerstab

Im Trainerstab der Damennationalmannschaft hat es in den vergangene Tagen weitere Veränderungen gegeben. Die ehemalige Nationalspielerin Kim Olafsson wird Athletiktrainerin und wird Nachfolgerin von Kevin Rutare. Claude Schumacher kümmert sich ab sofort um die Torhüterin und ersetzt Esteban Delaporte. Mathieu Schon stößt als Videoanalyst zur Mannschaft.

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