WM-Qualifikation
Nationaltrainer Dan Santos: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“
Es war ein Klassenunterschied, den man anerkennen muss: Dan Santos lobte die schottischen Qualitäten, fand aber auch positive Worte für die Leistung des Underdogs.
Im April wird sich wohl entscheiden, ob Luxemburg den Klassenerhalt schafft Foto: sportspress.lu/Roland Miny
Dan Santos redete nicht um den heißen Brei herum: „Dieses Ergebnis tut auf dem Papier weh. Es ist nicht schön anzusehen“, sagte der FLF-Nationaltrainer der Frauen. Von Vorwürfen aber keine Spur: „Wenn man beide Spiele vergleicht – ob mit oder ohne Ball –, war es ein Fortschritt. Taktisch lief es besser. Es gab eine sichtbare Entwicklung.“
Besonders die Körpersprache über 90 Minuten müsse man bei seinen Spielerinnen hervorheben. „Niemand ließ den Kopf hängen, sie waren bis zum Schluss bereit, den Kampf anzunehmen.“ Dementsprechend frustrierend sei es auch, dass Schottland wieder großen Erfolg bei Ecken hatte. „Wir haben die ruhenden Bälle wieder nicht unter Kontrolle bekommen. Mit diesen drei Treffern weniger würde das schon anders aussehen ...“
Das frühe Gegentor nach 41 Sekunden war ein anderes Thema, zu dem sich Santos nach Spielende äußerte. Der rabenschwarze Start habe die Mannschaft nicht völlig aus dem Konzept geworfen. Was man dem Team dann in so einem Moment sagen kann? „Dass das Spiel läuft. Man darf nicht den Fehler machen, sich auf den Gegentreffer zu fokussieren, sonst schießt Schottland uns die Bude voll. Wir haben gut reagiert und ich hörte, wie ihre Trainerin Anpassungen forderte, da sie sich schwertaten.“
Dennoch wackelte der Favorit zu keinem Zeitpunkt. „Sie waren uns individuell in allen Belangen überlegen. Wenn sie in der Formel 1 fahren, sitzen wir in einem Stadtauto.“ Nun kommt es darauf an, wie Luxemburg mit dem Debüt in der Liga B umgeht. „Schottland gehört in die Liga A“, sagte Santos. „Ich kann den Spielerinnen keinen Vorwurf machen. Ich habe die Mannschaft noch auf dem Rasen aufgefordert, sich das Ergebnis aus den Köpfen zu schlagen und sich vielmehr an die Entwicklung der vergangenen drei Tage zu erinnern.“
Denn die echte Bewährungsprobe der Kampagne wartet schon: „Im April spielen wir unsere Liga B.“ Israel steht nach zwei Niederlagen gegen Belgien aufgrund des Torverhältnisses in der Tabelle vor den „Roten Löwinnen“ – sollte aber der Gegner auf Augenhöhe sein, gegen den etwas Zählbares herausspringen soll.