Volleyball
Nach fünf Sätzen: Lorentzweiler sichert sich den Pokalsieg
Lorentzweiler löst Seriensieger Strassen ab: In einem hart umkämpften Finale sicherten sich die Spieler von Trainer Serge Karier im entscheidenden fünften Satz gegen Bartringen den Pokaltriumph.
Nach Jahren harter Arbeit geht der Pokal nach Lorentzweiler Foto: Editpress/Jeff Lahr
Erstmals seit der Corona-Pandemie sollte im Pokal ein neuer Titelträger gekürt werden. Denn Strassen, das seither immer das Double verbuchen konnte, war bereits im Achtelfinale an Diekirch gescheitert, das seinerseit eine Runde später gegen Bartringen verlor.
Im Halbfinale hatte Lorentzweiler mit Esch den leichteren Gegner zugelost bekommen. Der Auftritt von Zuidberg und Co. war nicht überragend, brauchte es aber auch nicht zu sein. Esch war einfach zu schwach, um den Gegner wirklich zu ärgern. Bartringen hatte mit Fentingen den stärkeren Gegner erwischt und musste schon mehr Einsatz zeigen, um zu gewinnen. Dies gelang letztlich.
Nun blieb abzuwarten, ob beide Teams im Finale einen guten Tag erwischen und damit den zahlreichen Zuschauern ein spannendes Spiel auf hohem Niveau bieten würden.
Der Lorentzweiler Trainer Serge Karier, immer für eine Überraschung gut, hatte diesmal tief in die Trickkiste gegriffen: Im Mittelblock stellte er seinen Co-Trainer Horacio D’Almeida auf. Auch der wieder genesene Armin Kuhberg nahm auf der Bank Platz, während der im Halbfinale studienhalber noch abwesende Libero Philippe Glesener seine Position wieder besetzte.
Sein Gegenüber, Juan Pablo Stutz, hatte den angeschlagenen und im Halbfinale geschonten Lyndon Varga wieder in die Startformation genommen. An seiner Stelle musste Olivier Landuydt auf die Bank.
Lorentzweiler legte einen fulminanten Start hin, in dem D’Almeida durch eine Aufschlagserie gleich vier Punkte lieferte. Es stand bereits 10:4, ehe Bartringen langsam reagierte und den Rückstand verkürzen konnte. Lorentzweiler konterte jedoch durch den sehr gut aufgelegten Moise Datus.
Bei 13:21 nahm Stutz bereits seine zweite Auszeit – diese sollte allerdings nur wenig bewirken. Am Ende standen acht Satzpunkte für Lorentzweiler zu Buche. Vier davon konnte Bartringen noch abwehren, den vierten verwandelte Hugo Fischer im gegnerischen Feld. Mit 25:20 ging der erste Satz an Lorentzweiler.
Bartringen gleicht aus
Mit den gleichen Startformationen gingen die beiden Trainer in den zweiten Satz. Dieser verlief zunächst auf Augenhöhe, ehe Bartringen sich auf drei Punkte absetzen konnte. Lorentzweiler konterte und kam wieder heran. Bartringen erhöhte den Druck und erspielte sich erneut einen Vorsprung, vor allem dank der treibenden Kräfte Jaromir Kolacny und Steve Weber.
Lorentzweiler kämpfte sich erneut näher heran, doch Bartringen ging mit drei Punkten Vorsprung in die Money-Time. Dies sollte eigentlich reichen – und tatsächlich hielt der Vorsprung. Bartringen führte zwischenzeitlich schon mit sechs Punkten, ließ den Gegner aber noch einmal bis auf drei Punkte herankommen, ehe Weber den Sack endgültig zumachte. Nun konnte wieder bei null begonnen werden.
Bartringen nahm seinen Flow mit in den dritten Satz und führte schnell mit 5:1. Lorentzweiler kämpfte nun um jeden Ball, um den Anschluss wiederherzustellen. Auf beiden Seiten häuften sich nun Fehler beim Aufschlag.
Bartringen führte weiterhin, konnte sich jedoch nie souverän absetzen, da der Gegner permanent im Nacken saß. Auch in der Money-Time blieb es eng. Bei 22:22 waren Arapi und Co. wieder dran. Den längeren Atem hatte schließlich Lorentzweiler, das sich nach drei abgewehrten Satzbällen für den Gegner den ersten eigenen mit einem Dreierblock sicherte.
Mir ist heute ein Stein vom Herzen gefallen
Serge Karier
Trainer Lorentzweiler
In einem für beide Teams wichtigen vierten Satz – Lorentzweiler wollte den Sack zumachen, Bartringen musste gewinnen, um im Spiel zu bleiben – war das Knistern von Anfang an spürbar. Der von beiden Mannschaften ausgeübte Druck war hoch, und es wurde sich rein gar nichts geschenkt. Jeder Ball wurde bis zum Äußersten verteidigt.
Zwei Fehlentscheidungen des Schiedsgerichts brachten Unruhe ins Lorentzweiler Spiel, die Bartringen dankend annahm. Ehe sich Lorentzweiler wieder stabilisieren konnte, hatte der Gegner sechs Punkte Vorsprung herausgespielt. Doch die Spieler um Kapitän Arapi gaben nicht auf und arbeiteten sich erneut heran. Am Ende sollte es jedoch nicht reichen. Mit 25:22 ging der Satz an Bartringen, und der fünfte Satz musste die Entscheidung bringen.
Lange auf Titel hingearbeitet
Moise Datus und Lorentzweiler mussten über fünf Sätze gehen Foto: Editpress/Jeff Lahr
Den besseren Start erwischte diesmal wieder Lorentzweiler. Moise Datus erzielte fast im Alleingang die 4:1-Führung. Doch diese Führung währte nur kurz, denn Bartringen kämpfte sich zurück. Lorentzweiler legte erneut vor und konnte beim Seitenwechsel mit 8:6 in Führung gehen, um sofort nachzulegen. Trainer Juan Pablo Stutz nahm eine Auszeit, um sein Team noch einmal einzustellen (6:9), doch der Gegner ließ sich nicht beirren und setzte seinen erfolgreichen Lauf fort. Am Ende ging das Spiel mit 15:9 an den Herausforderer Lorentzweiler. Nach langen Jahren harter Arbeit konnte Serge Karier 2026 endlich den Pokal in Empfang nehmen.
„Drei Jahre als Cheftrainer in Lorentzweiler, drei Jahre, um die richtige Mannschaft zusammenzustellen und endlich einen Titel unser Eigen zu nennen. Mir ist heute ein Stein vom Herzen gefallen. Ich bin froh für diese Mannschaft, die seriös gearbeitet, sich auf dieses Final Four vorbereitet und den Titel verdient hat“, so Karier.
Bartringen kämpfte sich gleich zweimal zurück Foto: Editpress/Jeff Lahr
Statistik
Lorentzweiler - Bartringen 3:2 (25:20, 21:25, 27:25, 22:25, 15:9)
Lorentzweiler: Alagic (2), Datus (28), Zuidberg (21), D‘Almeida (11), Zehren (9), Fischer (13); Libero: Glesener, Querraxhija, Auswechselspieler: Sonnet (1), Arapi (1); 35 Mannschaftsfehler
Bartringen: Funk (1), Hilbert (15), Kolacny (22), Varga (10), Robin (4), Weber (17); Libero: Schubert, Auswechselspieler: Krämer, Ruby; 24 Mannschaftsfehler