Enovos League
Nach Niederlage gegen die Pikes: Mamer steigt ab
Die Musel Pikes haben eine erste Hürde im Rennen um den Klassenerhalt erfolgreich genommen. Lange Zeit verlief die Partie ausgeglichen, ehe das bessere Kollektiv sich durchsetzen konnte. Mamer verabschiedet sich schlussendlich kampflos aus der Enovos League und zeigte auch am Mittwochabend ein Spiegelbild der gesamten Abstiegsrunde.
Ange Konan Oth (r.) und die Musel Pikes schicken mit ihrem Sieg Domenick Sleva und Mamer in die Nationale 2 Foto: Editpress/Gerry Schmit
In Stadtbredimus stand Mamer unter enormem Zugzwang. Das Team von Darko Ristic, das erst am vorletzten Spieltag der Qualifikationsrunde dem Kordall den Vortritt in die Play-offs überlassen musste, hatte in der Abstiegsrunde seinen Bonus verspielt und befand sich damit in einer schwierigen Ausgangslage.
Der direkte Klassenerhalt war nicht mehr möglich, doch mit einem Sieg gegen die Musel Pikes, die sich im Hinspiel in einem dramatischen Finish erst in der zweiten Verlängerung durchgesetzt hatten, wäre zumindest der Weg ins Relegationsspiel offen geblieben. Für die Musel Pikes selbst waren gleich drei Szenarien möglich: Klassenerhalt, Relegation oder Abstieg. Entsprechend war früh zu spüren, wie viel auf dem Spiel stand – Qualitätsbasketball stand dann auch nicht auf der Tagesordnung.
Die Moselaner erwischten den besseren Start (5:0), doch unter dem Impuls von Winn fand Mamer in die Partie. Die Gäste gingen zwischenzeitlich selbst in Führung (13:18), ehe die Hausherren dank zwei Dreiern den Ausgleich zur Viertelpause herstellten. Durch ein weiteres Distanztriple erspielte sich Mamer erneut einen kleinen Vorsprung (31:36). Doch die Antwort von Key und Welter in Form von erfolgreichen Dreiern ließ nicht lange auf sich warten.
In einem insgesamt zerfahrenen Spiel ging Mamer schließlich mit einem Vier-Punkte-Vorsprung in die Halbzeitpause.
Deutliche Anspannung
Mamer kam besser aus der Kabine und konnte den Vorsprung erstmals auf mehr als fünf Punkte ausbauen (44:52). Die Musel Pikes agierten jedoch deutlich strukturierter als die Gäste und glichen wieder zum 55:55 aus.
Aus einer Zonenverteidigung heraus starteten die Pikes schnelle Gegenangriffe, die – gepaart mit drei erfolgreichen Dreiern in Folge – zur erneuten Führung des Heimteams führten (68:62). Die Partie schien zunehmend in eine Richtung zu kippen (76:66), während der Druck im Mamer Lager weiter wuchs.
Die Musel Pikes kontrollierten nun das Spielgeschehen. Sleva traf noch einen wichtigen Dreier zum 79:70, musste jedoch kurz darauf nach seinem zweiten technischen Foul das Parkett verlassen.
In der Folge übertrieben es die Pikes mit Distanzwürfen und verpassten es, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Da die Mameraner fünf Minuten lang ohne Korberfolg blieben, war ihr Schicksal letztlich besiegelt.
Die Erleichterung war Pikes-Kapitän Tom Welter nach Spielende deutlich ins Gesicht geschrieben. „Die Nervosität während der Woche war enorm. Wir wussten genau, was auf dem Spiel stand – eine Niederlage hätte das Aus bedeutet. Aber unsere Motivation war groß und wir haben einen kühlen Kopf bewahrt. Ich bin sehr stolz darauf, wie wir die gegnerische Aggressivität stoppen konnten. Mir fällt jetzt ein Stein vom Herzen. Jetzt gilt es, den neunten Platz zu erreichen, denn wir wissen, wie schmerzhaft ein Relegationsspiel sein kann. Wir haben Selbstvertrauen getankt und werden alles daransetzen, das Spiel am Samstag zu gewinnen.“
Die Moselaner bestreiten nun am Samstag ein weiteres Heimspiel – ein regelrechtes Endspiel um den direkten Klassenerhalt gegen den hauptstädtischen Racing.
Statistik
Musel Pikes - Mamer 87:74 (43:47)
„T“-Bestnote: Jaylen Key (Musel Pikes)
Viertel: 23:23, 20:24, 33:19, 11:8
Musel Pikes: Key 26, Hammond 20, Welter 17, Streef 15, Oth 7, Kerschen 2
Mamer: Sleva 25, Winn 23, Adrovic 10, Ristic 8, Bedirhanoglu 4, Rocha 4, H. Murray 0
Schiedsrichter: Richartz/Hermann/Kruckauskas
Zuschauer: 401 zahlende
Racing - Contern 100:74 (56:34)
Viertel: 30:20, 26:14, 32:17, 12:23
Racing: Whitfield 22, Bivins 15, Loncaric 13, Stemper 9, Bouttet 8, Keller 8, Hilger 7, Caruso 7, Soragna 6, S. Lanners 4, Backes 1, J. Lanners 0
Contern: Schumacher 26, Arendt 18, Mertzig 13, Summer 8, Durovic 4, Novakovic 3, Garrick 2
Schiedsrichter: Glod/Ntasis/Bleser
Zuschauer: 40 zahlende
AGEO der FLBB: Non-Pro-Regelung im Fokus
Am Donnerstag findet der inzwischen fast schon traditionelle außerordentliche Mai-Kongress der FLBB statt. Im Mittelpunkt steht dabei die viel diskutierte Ausländerregelung. Der vor zwei Jahren eingeführte Non-Pro-Status für ausländische Spieler, die nicht vom Verein als Profi angestellt sind, könnte dabei wieder abgeschafft werden.
Zur Diskussion stehen unter anderem Modelle wie eine 3(+1)- oder eine 2(+2)-Regelung. In diesen Fällen dürften maximal vier Non-JICL-Spieler auf dem Spielbogen stehen, von denen im ersten Modell drei, im zweiten zwei gleichzeitig auf dem Feld eingesetzt werden dürften. Doch auch eine verstärkte Neudefinition der Unterscheidung zwischen Pro- und Non-Pro-Status ist nicht ausgeschlossen. (J.Z.)