Tischtennis
Mission Hauptrunde in London: FLTT-Damen starten ab Dienstag bei der Team-WM
Sarah De Nutte und die FLTT-Damen treten ab Dienstag bei der Team-WM in London an. Gegner in der Gruppenphase sind neben Angstgegner und Favorit Portugal auch Guatemala und Barbados. Die Luxemburgerinnen wollen die Portugiesinnen aber ärgern und sich für empfindliche Niederlagen in jüngerer Vergangenheit revanchieren.
Sarah De Nutte schlägt ab Dienstag bei der Team-WM in London auf Foto: Editpress/Gerry Schmit
Wenn der Begriff „Angstgegner“ wirklich zur Realität wird, dann lässt er sich wohl auf Portugal im Duell mit den Luxemburger Damen anwenden. Die Misere begann bereits 2014, als Portugal die FLTT-Auswahl im EM-Viertelfinale knapp mit 3:2 besiegte. Vor allem aber in den vergangenen Jahren erwies sich Portugal immer wieder als Stolperstein: 2022 war für Sarah De Nutte und Co. im WM-Achtelfinale Schluss (1:3), 2024 folgte das Aus im WM-Sechzehntelfinale (0:3) und 2025 endete die EM im Achtelfinale (0:3) – jedes Mal gegen Portugal.
Für Sarah De Nutte kommt noch eine persönliche Erinnerung hinzu: Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris unterlag sie Shao Jieni (WR 77), die auch bei dieser WM wieder für Portugal antritt. „Portugal ist zumindest nicht unser Lieblingsgegner“, sagt De Nutte mit einem leichten Schmunzeln. „Sie liegen uns nicht so gut, haben aber auch gute Spielerinnen.“ Bevor es am Mittwoch zum erneuten Aufeinandertreffen in der Gruppenphase der WM in London kommt, steht am Dienstag zunächst das Auftaktspiel gegen Guatemala an. „Ich hätte lieber die ersten beiden Spiele und dann erst das dritte Spiel gegen Portugal bestritten. Platz 1 ist unser Ziel, damit wir uns direkt qualifizieren.“ Als Gruppenerster wäre man direkt für die Hauptrunde qualifiziert (mehr zum WM-System siehe Encoche: So funktioniert der Modus).
De Nutte und die „Wehwechen“
Gegen Barbados und Guatemala gehen die FLTT-Damen als klare Favoritinnen ins Rennen. Ein Blick auf die Weltrangliste unterstreicht das: Portugal liegt auf Rang 16, Luxemburg auf 27, Guatemala auf 58 und Barbados auf 86. „Ich kenne keine Spielerinnen aus Barbados oder Guatemala, ich weiß deswegen gar nicht, was uns erwartet. Von Guatemala habe ich aber schon Gutes gehört, kann sie aber gar nicht einschätzen.“
Mladenovic wechselt zum CTT Bruille
Nach zwei erfolgreichen Jahren im Trikot des deutschen Bundesligisten TTC Zugbrücke Grenzau, hat Luka Mladenovic (WR 78) eine neue Herausforderung angenommen. In der kommenden Spielzeit wird der 27-jährige in der höchsten französischen Eliteklasse beim CTT Bruille aufschlagen. Der Verein aus dem Norden Frankreichs, unweit von Lille, ist erst im September letzten Jahres in die Pro-A-Liga aufgestiegen. Angeführt vom 18-jährigen Eigengewächs Flavien Coton (WR 23) konnte der Aufsteiger sich gleich für die Play-offs der Meisterschaft qualifizieren, wo Bruille jetzt den Finaleinzug gegen Rouen anstrebt. Mit dem Franzosen Leo De Nodrest (WR 56) hat sich der ambitionierte Verein für die nächste Saison weiter verstärkt. (M.N.)
Mit 33 Jahren spürt De Nutte inzwischen auch kleinere körperliche Beschwerden. „Ich bin nicht verletzt“, stellt sie aber zuerst klar. „Ich fühle mich gut, spielerisch läuft es auch. Aber ich habe hier und da kleine Wehwehchen. Es ist nicht so schlimm, dass ich nicht spielen kann, aber es stört ein wenig. Am hinteren linken Bein zwickt es schon länger, das kam beim Dehnen. Das stört beim Tischtennis aber nicht, eher im Alltag. Was beim Tischtennis stört, ist mein rechter Ellenbogen, der schmerzt. Beim MRT wurde nichts gefunden, aber die Ärzte meinen, es könnte von Verspannungen im Nacken kommen. Aber ich denke, das ist normal, wenn man über 30 ist.“
Nis Form ungewiss
Sportlich blickt De Nutte bis jetzt auf ein ordentliches Jahr zurück: Beim WTT Star Contender in Chennai (Indien) setzte sie sich zunächst gegen eine Kasachin durch, bevor sie im Sechzehntelfinale einer Waliserin unterlag. Kurz darauf schied sie beim WTT Smash in Singapur in der Qualifikation knapp mit 2:3 gegen eine Spanierin aus. Doch vor allem mit ihrem Verein TT Metz läuft es: das Team steht im Finale der französischen Meisterschaft, wo am 19. Mai im „Derby du Grand Est“ ASRTT Étival wartet. Nur vier Tage später folgt im Champions-League-Halbfinale das Duell mit UCAM Cartagena T.M. aus Spanien.
Während De Nutte also in guter Form ist, bleibt abzuwarten, wie weit Ni Xia Lian nach ihrer langen Verletzungspause ist. Die 62-Jährige gab nach einem komplizierten Bruch des linken Handgelenks beim WTT Feeder in Düsseldorf Anfang März ihr Comeback. Ihr erstes internationales Spiel nach der Pause gewann sie in nur elf Minuten mit 3:0 gegen die Italienerin Debora Vivarelli, ehe sie in der zweiten Runde gegen die Deutsche Xiaona Shan ausschied (0:3). „Ich bin aufgeregt, zu sehen, wie ich nach einem Jahr Verletzung spielen werde“, sagt Ni in einem kürzlich von der FLTT veröffentlichten Video.
Sadikovic-Schwestern komplettieren Aufgebot
Komplettiert wird das Team von den Schwestern Melisa und Enisa Sadikovic, die ihre erste Team-WM bei den Damen bestreiten. „Ich denke, dass sie gegen alle Mannschaften dazu beitragen können, dass wir gewinnen“, sagt De Nutte. „Vor allem gegen Barbados und Guatemala. Ich denke, sie sind beide gut genug, um dort zu gewinnen. Portugal wird dann natürlich eine andere Hausnummer mit zwei Top-Spielerinnen und einer klaren Nummer drei. Enisa hat bei der EM schon gespielt und ihr Spiel knapp verloren. Das kann beim nächsten Mal aber anders ausgehen.“ Gegen Julia Leal unterlag Enisa Sadikovic damals mit 2:3 – die Portugiesin ist auch in diesem Jahr wieder dabei. Und dann gibt es sicherlich die Chance, den Portugiesinnen den Titel „Angstgegner“ abzunehmen.
Im Überblick
Tischtennis, Team-WM in London:
Vorrunde 1B, Gruppe 10:
Dienstag, 18.00 Uhr (alle Zeiten in MESZ): Luxemburg - Guatemala
Mittwoch, 18.00 Uhr: Portugal - Luxemburg
Freitag, 11.00 Uhr: Luxemburg - Barbados
Das FLTT-Aufgebot:
Sarah De Nutte, Ni Xia Lian, Enisa Sadikovic und Melisa Sadikovic
So funktioniert der Modus
Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren gehen in diesem Jahr jeweils 64 Teams bei der Team-WM an den Start – so viele wie noch nie zuvor. Das Qualifikationssystem für die Hauptrunde, in der 32 Teams spielen, ist gar nicht so unkompliziert: Dabei gibt es eine Vorrunde 1A, in der die sieben bestplatzierten Teams plus der Gastgeber in zwei Gruppen aufgeteilt sind. Ziel dieser Phase ist es, die Setzliste für die Hauptrunde festzulegen. Alle Teams aus dieser Phase qualifizieren sich für die Hauptrunde.
Die verbleibenden 56 Teams werden in Vorrunde 1B in 14 Vierergruppen (Gruppe 3-16) ausgelost. In diesen Gruppen befinden sich die beiden luxemburgischen Teams. Nach Abschluss der Gruppenphase ziehen also alle Teams aus Vorrunde 1A (8 Teams) und die Erstplatzierten der Vorrundengruppen 1B (14 Teams) direkt in die Hauptrunde ein. Dazu kommen die sechs besten Zweitplatzierten. Die verbleibenden acht zweitplatzierten Teams aus Vorrunde 1b bestreiten eine einmalige K.-o.-Vorrunde (4 Spiele), die zufällig ausgelost wird. Die vier Sieger ziehen in die Hauptrunde ein. 32 Teams spielen dann die Hauptrunde aus.