Fußball-WM
Mbappé, Dembélé, Olise: Mit dem Traumsturm zum Titel?
Mbappé, Dembélé, Olise: Mit seiner herausragend besetzten Offensive startet Frankreich in die WM.
Der französische Angriff ist hochkarätig besetzt: Dembélé, Olise und Mbappé Foto: AFP/Franck Fife
Kylian Mbappé quetschte ein paar schräge Töne heraus – und konnte sich selbst vor Lachen kaum halten. Als Gast in der WM-Sendung „After Hours“ von Star-Entertainer James Corden sollte der Superstar Querflöte spielen, so wie früher als Kind. Doch während sein fußballerisches Talent unbestritten ist, wirkt das musikalische sehr überschaubar.
Als Künstler auf dem Rasen ist der Kapitän des französischen Nationalteams deutlich wertvoller, schon im Auftaktspiel gegen den Senegal soll er in der irrsinnig gut besetzten Angriffsreihe wieder den Ton angeben: Mit Mbappé, Weltfußballer Ousmane Dembélé, Bayern-Star Michael Olise und Paris-Youngster Désiré Doué stellt die Équipe Tricolore die nominell wohl stärkste Offensive der gesamten Weltmeisterschaft.
„Auf dem Papier Favorit zu sein, ist die eine Sache, aber die einzige Wahrheit, die zählt, ist die auf dem Spielfeld“, mahnte Trainer Didier Deschamps vor dem Start am Dienstag (21.00 Uhr MESZ). „Auf höchstem Niveau gibt es kein Pardon.“
Ein Großteil des Teams sei noch „jung“ und habe beim WM-Titel 2018 und bei der Final-Niederlage 2022 noch gar nicht auf dem Platz gestanden, erklärte Deschamps: „Die meisten haben noch nicht viel Erfahrung. Für viele wird es der erste große Wettbewerb und die erste WM sein.“ Beispielsweise für Olise, der in der abgelaufenen Saison die Bundesliga und auch ganz Fußball-Europa mit seinen Leistungen verzückte. Daran soll er bei der WM wohl auf der ungewohnten Zehnerposition anknüpfen.
„Er strahlt vor Freude. Er ist voller Selbstvertrauen. Außerdem verfügt er über eine bemerkenswerte Ausdauer. Wir werden einen Michael auf diesem Niveau brauchen“, betonte Deschamps. Der zum besten Profi der abgelaufenen Bundesliga-Saison gekürte 24-Jährige sehe „das Spiel anders“, schwärmte Stürmer-Legende Thierry Henry. Bei der Generalprobe gegen Nordirland war Olise sein erster Dreierpack im Nationaltrikot gelungen.
„Gibt viele Favoriten“
Und dennoch trägt er die Last beileibe nicht alleine. Da wäre neben Mbappé schließlich auch noch Weltfußballer und Champions-League-Sieger Dembélé. „Wir wissen, dass Frankreich bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften jeweils das Finale erreicht hat. Deshalb wird viel von uns erwartet“, sagte er der Marca.
Dembélé betonte aber auch: „Es gibt viele Favoriten. Das bedeutet im Fußball heutzutage nicht mehr viel. Es gibt zahlreiche Mannschaften, denen Chancen auf den Titel eingeräumt werden.“ Zum Stolperstein soll dabei keineswegs erneut der Senegal werden: Schon 2002 hatte die ehemalige französische Kolonie der Équipe Tricolore mit einem sensationellen 1:0 zum Auftakt ein Bein gestellt.
Vor allem Mbappé will das verhindern, schließlich schlug ihm Entertainer Corden für den Fall eines Treffers einen „Flötenjubel“ vor. „Gegen Senegal“, versprach Mbappé mit schelmischem Grinsen, „werde ich es tun“.