Nationalmannschaft
Luxemburg startet die Mission Klassenerhalt – und will Negativserie beenden
Heute geht sie los: die Mission Klassenerhalt. Luxemburg muss seinen Platz in der Division C der Nations League gegen Malta verteidigen (18.00 Uhr). Im Ta’Qali-Stadion werden die „Roten Löwen“ auch versuchen, eine unglaublich lange und fast nicht für möglich gehaltene Serie zu beenden.
Nationaltrainer Jeff Strasser und Florian Bohnert (r.) bei der Pressekonferenz vor dem Spiel Foto: sportspress.lu/Roland Miny
Rund zweieinhalb Jahre ist es her, dass Luxemburg sein letztes Pflichtspiel gewonnen hat. Das war am 19. November 2023 gegen Liechtenstein. Danach gab es nur Siege in Freundschaftsspielen. Jeff Strasser schloss seine erste Kampagne als Nationaltrainer mit null Punkten ab. Sein Vorgänger Luc Holtz konnte den letzten Platz in der Nations League 2024/25 nicht verhindern, weshalb Luxemburg jetzt gegen den Abstieg kämpfen muss.
Klingt dramatisch, ist es aber noch nicht. Denn die FLF-Auswahl zeigte in der vergangenen WM-Quali teils sehr starke Auftritte. Belohnt wurde die Mannschaft nie. Das soll sich am Donnerstag auf der Mittelmeerinsel ändern und die Serie beendet werden. Florian Bohnert und seine Teamkollegen wollen auf Malta den Anfang eines neuen Zyklus beginnen: „Wir hatten eine Phase, in der es sehr gut lief, zuletzt waren wir weniger erfolgreich. Wir wollen diese zwei Spiele nutzen, um wieder einen neuen positiven Zyklus zu beginnen. Dieser beginnt mit dem Klassenerhalt“, so der Profi des SC Bastia.
Vor allem Tore müssen her. In der letzten WM-Quali wurde eine Unzahl an Möglichkeiten vergeben. Insgesamt traf Luxemburg nur einmal in sechs Partien ins Schwarze. Die gute Nachricht für Strasser: In den vergangenen Wochen zeichneten sich gleich mehrere Spieler als Torjäger in ihren Vereinen aus. Die schlechte Nachricht: Außer Danel Sinani hat derzeit kein Angreifer den erforderlichen Rhythmus.
Der Auswahltrainer kann aus dem Vollen schöpfen und auf eine eingespielte Startelf bauen, bei der es keine großen Veränderungen geben wird. Für Strasser ist das Ziel ganz klar: „Wir wollen beide Spiele gewinnen und uns morgen die bestmögliche Ausgangslage für das Rückspiel sichern.“
Euphorische Insulaner
In Malta ist man heiß auf das Duell mit Luxemburg. Bereits seit Monaten wird die Werbetrommel für dieses Spiel gerührt. Nach vielen erfolglosen Jahren entstand die neue Euphorie um die Nationalmannschaft in der letzten WM-Quali. Die Insulaner ließen mit einem 1:0-Erfolg gegen Finnland und einer knappen Niederlage gegen Polen aufhorchen. Es gab jedoch auch eine 0:8-Schlappe gegen die Niederlande. Rund 10.000 Zuschauer werden im Stadion erwartet. 300 Fans aus Luxemburg sind auf die Insel gereist. „Wir sind es mittlerweile gewohnt, mit feindlicher Stimmung in den Stadien umzugehen. Unseren eigenen Fans wollen wir etwas zurückgeben. Sie haben uns immer unterstützt – auch wenn es mal nicht so gut läuft“, sagt Florian Bohnert.
Ein Grund für die neuen Erfolge der Malteser sind die kürzlich erst eingebürgerten Spieler. Innerhalb von wenigen Monaten bekamen Ilyas Chouaref (FC Sion/CH), der ehemalige Bundesliga-Spieler Irvin Cardona (AS Saint-Etienne/F) und James Carragher (Wigan Athletic/ENG) einen maltesischen Pass und die Spielerlaubnis von der FIFA. Der Sohn von Liverpool-Legende Jamie Carragher wird am Donnerstag verletzt fehlen. Chouaref und Cardona bilden zusammen mit Spielmacher Teddy Teuma (Standard Liège/B) die neu erschaffene und bedrohliche Offensivabteilung des Gegners. „Wir kennen die Stärken und Schwächen des Gegners. Vorne haben sie Qualität, aber auch Schwächen in der Verteidigungslinie, die wir nutzen können. Ich will vor dem Spiel nicht zu viele Worte über den Gegner verlieren“, sagte Strasser am Mittwoch bei der Pressekonferenz.
Während es für die FLF-Auswahl darum geht, den Schaden in Grenzen zu halten, blicken die Malteser hoffnungsvoll auf diese beiden Duelle. „Für uns ist es ein historisches Spiel. Wir werden definitiv das Beste aus uns allen herausholen, um dem maltesischen Fußball mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen“, sagte der maltesische Abwehrspieler Zach Muscat (GD Chaves/POR) vor der Partie.
Diesen Imagewandel hat Luxemburg bereits hinter sich. Mittlerweile ist das Stade de Luxembourg fast immer ausverkauft. Damit es so bleibt, muss die FLF-Auswahl dieses Duell gegen Malta gewinnen. Daran führt kein Weg vorbei.
Die Aufgebote
Malta:
Tor: Henry Bonello (Hamrun Spartans), Rashed Al Tumi (Sliema Wanderers), James Sissons (Chesterfield FC U18/ENG), Matthias Debono (Naxxar Lions)
Abwehr: Zach Muscat (GD Chaves/POR), Juan Carlos Corbalan, Enrico Pepe (beide Marsaxlokk), Kurt Shaw (Hibernians), Jean Borg (Sliema Wanderers), James Carragher (Wigan Athletic/ENG), Gabriel Mentz (Gzira United), Alejandro Garzia (Birkirkara), Ryan Camenzuli (Hamrun Spartans), Myles Beerman (Floriana), Carlo Zammit Lonardelli (Floriana)
Mittelfeld: Matthew Guillaumier (Hamrun Spartans), Brandon Paiber, Yannick Yankam, Jake Azzopardi, Jake Grech (alle Valletta FC), Alexander Satariano (Kallithea/GRE), Teddy Teuma (Standard Liège/B), Adam Magri Overend (Sliema Wanderers)
Angriff: Joseph Mbong, Shaisen Attard (beide Hamrun Spartans), Paul Mbong (Floriana FC), Ilyas Chouaref (FC Sion/CH), Irvin Cardona (AS Saint-Étienne/F), Trent Buhagiar (Tampines Rovers/SGP), Keyon Ewurum (Torino U20/I), Andrea Zammit (Valletta FC)
Luxemburg:
Tor: Anthony Moris (Al-Khaleej/KSA/78 Länderspiele/0 Tore), Tiago Pereira (Borussia Mönchengladbach/D/6/0), Lucas Fox (1. FC Bocholt/D/0/0)
Abwehr: Dirk Carlson (SKN St. Pölten/AUT/69/0), Eldin Dzogovic (1. FC Magdeburg/D/13/0), Laurent Jans (SK Beveren/B/119/1), Enes Mahmutovic (NAC Breda/NL/41/0), Seid Korac (AC Venedig/I/19/2), Eric Veiga (Flamurtari/ALB/10/0), Florian Bohnert (SC Bastia/F/59/1), Mica Pinto (FC Dordrecht/NL/41/1)
Mittelfeld: Leandro Barreiro (Benfica/P/71/2), Christopher Martins (Spartak Moskau/RUS/79/1), Mathias Olesen (Grazer AK/AUT/36/1), Tomas Moreira (Benfica II/POR/12/0), Sébastien Thill (Stal Rzeszow/POL/43/2), Vincent Thill (Waldhof Mannheim/D/57/3), Enzo Duarte (Borussia Dortmund U19/D/3/0)
Angriff: Danel Sinani (FC St. Pauli/D/78/14), Aiman Dardari (Greuther Fürth/D/10/1), Edvin Muratovic (FK Panevezys/LIT/21/1), Yvandro Borges (Heracles Almelo/NL/28/3), Jayson Videira (Mainz 05 II/D/1/0)