Basketball
LuxHoops4Hope: Scott Morton und seine besondere Herzensangelegenheit
Dass sich Scott Morton für einen guten Zweck die Haare rasiert, dürften die meisten im luxemburgischen Basketball bereits mitbekommen haben. Im Sommer legt der 38-Jährige nun einen drauf und organisiert ein besonderes Charity-Spiel, bei dem Allstar-Feeling aufkommen soll.
Scott Morton (l.) hat längst in Luxemburg sein Zuhause gefunden Foto: Editpress/Gerry Schmit
Wenn Scott Morton über „LuxHoops4Hope“ spricht, merkt man sofort, dass dieses Projekt dem Basketballspieler am Herzen liegt. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der 38-Jährige für soziale Zwecke engagiert. Besonders in Erinnerung bleibt seine frühere Aktion, bei der er sich die Haare wachsen ließ, um sie anschließend zu spenden.
Hinter dieser Aktion steckt ein trauriger Anlass: „Ich hatte das Glück, in meinem Leben viele gute Vorbilder zu haben. Eines davon war Scott Ungerer, ein Spieler von meiner Highschool.“ Vor zehn Jahren starb Ungerers kleiner Sohn an einem Hirntumor. „Viele seiner Freunde aus der Gegend von Syracuse, aus der ich auch komme, begannen danach, mit der St. Baldrick’s Foundation in den USA zusammenzuarbeiten. Sie rasieren sich den Kopf, um Spenden zu sammeln.“
Jeden Frühling hat Morton, auch als er seine Heimat Richtung Luxemburg verlassen hatte, seinen Kopf rasiert. „Irgendwann dachte ich mir: Wenn ich ihn ohnehin rasiere, kann ich meine Haare vorher auch einfach wachsen lassen. So konnte ich sie auch an Think Pink spenden, weil das ebenfalls eine gute Sache ist.“
27. Juni in Steinsel
Zweimal hat Morton den gesamten Prozess durchlaufen: Haare wachsen lassen, rasieren und spenden – jeweils über einen Zeitraum von zwei Jahren. Danach war für ihn klar: Es muss etwas Neues her. „Ich will nicht sagen, dass es langweilig geworden ist, aber der Neuheitswert war etwas weg. Es wurde schwieriger, noch Aufmerksamkeit zu erzeugen.“
Und so entwickelte er eine neue Idee, die alles übertrifft, was er bisher in diesem Bereich gemacht hat: ein Charity-Spiel zwischen der luxemburgischen Nationalmannschaft und einem „Stars-Team“, bestehend aus Pro- und Non-Pro-Spielern der nationalen Liga, die schon länger in Luxemburg leben oder hier ein neues Zuhause gefunden haben. Die Erlöse werden an die „Fondation Kriibskrank Kanner“ gehen.
Die Partie findet am 27. Juni in Steinsel statt – rund einen Monat nach dem Ende der luxemburgischen Meisterschaft und kurz vor dem letzten Qualifikationsfenster der Nationalmannschaft Anfang Juli in der Coque gegen Aserbaidschan und Nordmazedonien. „Ich dachte, es wäre eine gute Gelegenheit für die FLBB-Herren, sich vorzubereiten. Für die älteren Spieler wie mich ist es außerdem eine Chance, ein richtig wettkampforientiertes Spiel zu bestreiten. Und für die luxemburgischen Fans ist es schön, weil es nicht einfach irgendeine zufällige Mannschaft aus dem Ausland ist.“
Dass Morton auf die Idee einer „Stars-Mannschaft“ gekommen ist, überrascht derweil kaum. 2011 kam der gebürtige US-Amerikaner als Profispieler nach Luxemburg, lief neun Jahre für den Racing auf, steht inzwischen für die Amicale Steinsel auf dem Parkett – längst nicht mehr ausschließlich als Berufsspieler. Der 38-Jährige lebt fest in Luxemburg, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Wie bei ihm gibt es mehrere Spieler in der Enovos League, für die Luxemburg nicht nur eine Zwischenstation war. Genau diese Spieler hat Morton für sein Team zusammengetrommelt: etwa Billy McDaniel, Antonio Bivins, Jordan Hicks und Tyrell Sturdivant, ebenso wie den Escher Corentin Cornu und den Ettelbrücker Thomas Henkel.
Ein Basketballfest für alle
Es soll ein interaktives Fest werden, bei dem Luxemburgs Basketballfamilie nach der Saison noch einmal gemeinsam einen besonderen Moment erleben kann. Für jeden ist etwas dabei, erklärt Morton: vom „Shooting Contest“ vor dem Spiel, organisiert von Peter Rajniak, über ein Kinderrennen nach dem ersten Viertel, bei dem die Kleinen übergroße Kleidung anziehen und versuchen, einen Korbleger zu machen, bis hin zu einer Vier-Würfe-Challenge in der Halbzeit. Dabei müssen die Teilnehmer einen Korbleger, einen Freiwurf, einen Dreier und einen Wurf von der Mittellinie treffen, um einen 500-Euro-Gutschein zu gewinnen.
Der Vorverkauf der Karten beginnt in der Nacht vom 19. auf den 20. März um Mitternacht auf paytix.lu. Morton hofft, dass viele Fans ihre Tickets bereits im Vorfeld sichern. „So kann ich einschätzen, wie voll es an dem Tag wird, und der Gemeinde Bescheid geben, damit sie die entsprechenden Vorbereitungen treffen kann – etwa für Sicherheit, Sitz- oder Stehplätze in der Halle“, erklärt der 38-Jährige. Zu Beginn wird es zudem spezielle Early-Bird-Tickets geben.
„Ich hoffe einfach, dass viele Leute kommen. Deshalb habe ich das Spiel bewusst vor die Sommerferien gelegt. Die Partie beginnt bereits um 18.30 Uhr, damit auch Familien mit Kindern dabei sein können.“
In den vergangenen Wochen hat Scott Morton viele freie Minuten in die Planung investiert. Er ist dankbar für die Unterstützung von Bekannten, Teamkollegen, weiteren Spielern aus der Liga wie Jordan Hicks und Denilson Ramos, der Gemeinde Steinsel, aber vor allem auch von seinem Klub Amicale Steinsel, der die Buvette übernimmt. „Das Projekt ist definitiv größer geworden, als ich es mir anfangs vorgestellt habe.“ Doch für Morton steht fest: Jede Minute Arbeit ist es wert.