Fußball

„L‘Equipe“-Recherche: Ermittler werfen Gerard Lopez und Fola Finanztricks vor

Gerard Lopez steht wieder einmal im Fokus von gerichtlichen Ermittlungen. Laut einer Recherche der Sportzeitung L‘Equipe soll es einen fragwürdigen Vertrag zwischen seinem ehemaligen Verein OSC Lille und seinem Jugendverein Fola Esch gegeben haben. Die Ermittlungen laufen.

Gerard Lopez in der Mitte beim Europapokalspiel Fola gegen Dinamo Zagreb 2015 im Stade Josy Barthel

Gerard Lopez (Mitte) 2015 beim Europapokalspiel zwischen Fola und Dinamo Zagreb im Stade Josy Barthel Foto: Editpress/Julien Garroy

Zwischen September 2017 und August 2018 wurden monatlich 100.000 Euro (insgesamt 1,2 Millionen Euro) vom Konto des Ligue-1-Vereins auf das Konto des damaligen BGL Ligisten überweisen.

Offiziell wurde dieses Geld für Scouting-Leistungen und ein Vorzugsrecht für Lille bei Transfers von Spielern von der Fola überwiesen. Laut der Recherche wurden jedoch nie Scouting-Berichte eingereicht.

Laut L‘Equipe weist Lopez die Vorwürfe zurück und betont, dass er keinen direkten Einfluss auf die Vertragsabschlüsse oder Zahlungen gehabt habe. Diese seien vom Verwaltungsrat und dem Investmentfonds genehmigt worden. Lopez behauptet zudem, dass die vereinbarten Leistungen tatsächlich erbracht wurden.

Laut der französischen Sporttageszeitung läuft offenbar eine gerichtliche Untersuchung. Der französische Fußballverband ist als Nebenkläger beteiligt. Auslöser war eine Anzeige von Olivier Létang, dem aktuellen Präsidenten von OSC Lille.

Die Fola Esch hat die Zahlungen wohl in ihren Jahresberichten angegeben, äußern will sich der Verein trotzdem nicht. „Es ist eine laufende Ermittlungen, deshalb werden wir als Fola kein Statement abgeben. Ich kann nur soviel dazu sagen: in diesen Jahren mussten wir ein Audit durchlaufen, um die Uefa-Lizenz zu bekommen“, sagt Fola-Vizepräsident Pascal Welter.

Ein ehemaliges Vorstandsmitglied geht mehr ins Detail. „Wir haben sogar Scouts bezahlt, damit sie Spieler für Lille unter die Lupe nehmen. Zum damaligen Zeitpunkt haben wir ihnen mehrere Spieler vorgeschlagen, es wurde jedoch nie einer für gut genug empfunden. Zusammen mit unseren Scouts waren wir sogar einmal vor Ort, um über die Vorgehensweise zu reden. Der Vorwurf, dass es keine Gegenleistungen gab, ist bei den Haaren herbeigezogen“, sagt Gilbert Goergen.

Lopez war von 2017 bis 2020 Präsident des Vereins aus Nordfrankreich. Bei der Fola stand er von 2007 bis 2017 an der Spitze des Vereins. Nach Lille war der Unternehmer Besitzer von RE Mouscron (B), Boavista Porto (P) und Girondins Bordeaux (F).

1 Kommentare
Luxmann 17.04.202612:14 Uhr

Finanztricks welche auf jeden fall fuer die vereine wenig gebracht haben,denn mit ausnahme von Lille haben alle vereine wo Lopez taetig war schiffbruch erlitten und spielen in unteren ligen.

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