Schwimmen

Julien Henx enttäuscht bei der EM: „Insgeheim hatte ich mir mehr erhofft“

Am vorletzten Wettkampftag der 22. Europameisterschaften auf der Kurzbahn im rumänischen Otopeni versuchte sich Julien Henx am Samstag ein letztes Mal zu beweisen. Die Hälfte des Rennens verlief optimal, dann spielte der Körper nicht mehr mit.

Julien Henx war mit der Europameisterschaft in Otopeni nicht zufrieden 

Julien Henx war mit der Europameisterschaft in Otopeni nicht zufrieden  Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Julien Henx und Nationaltrainer Jérémy Bruggeman stellten die komplette luxemburgische Delegation bei der Kurzbahn-EM in Rumänien dar. Henx hatte sich mit einem einmonatigen Lehrgang auf Teneriffa auf den Wettkampf vorbereitet. Wohl zu viel des Guten, denn in Otopeni spielte der Körper nicht mit, was am Ende zu einer Erkältung führte. Die Regenerationsphase war einfach zu kurz. Bei den beiden Sprints konnte der 28-Jährige nicht sein Potenzial abrufen und blieb am Ende deutlich hinter den Hoffnungen und Ansprüchen zurück. Ein Verzicht auf die 100 m Kraul stand im Raum, bis man im Team entschied, doch zu starten. „Ich fühlte mich zwar noch kränklicher als am Tag zuvor, auch der Husten war schlimmer geworden, aber einen Einsatz wollten wir trotzdem nicht verpassen“, so Henx nach dem Rennen.

Zumal es sein letzter Auftritt im 25-m-Becken des Aquatics Complex war. Beim zweiten Vorlauf sollte es aber eine außergewöhnliche Performance werden, nach 25 m hatte der Düdelinger die Führung übernommen und konnte die zweitschnellste Gesamtzeit verbuchen. Er wendete zur Hälfte der Distanz sogar als Schnellster, um dann komplett einzubrechen. Im Gesamtklassement reichte es am Ende mit 52:59 nur zum vorletzten und in seinem Vorlauf zum letzten Platz, 1:60 hinter dem Vorletzten Bernat Lomero (AND) und 4:26 hinter dem Sieger Max McCusker. Der Ire schaffte mit einer Zeit von 48:33 den Einzug ins Halbfinale. Das hätte Henx unter normalen Umständen auch gelingen können, sein Landesrekord vom Dezember 2017 steht bei 48:06.

Ob der verheerenden Verfassung hatte Henx allerdings einen anderen Plan: „Wir haben entschieden, die 50 m voll zu schwimmen und so ein weiteres Mal testen zu können. Ich wusste genau, dass ich die 100 m nicht durchbringen würde, jedenfalls nicht in einer Zeit, die irgendetwas gebracht hätte. Es hat sich aber gezeigt, dass ich noch etwas langsamer war als beim Sprint drei Tage zuvor. Es war die Bestätigung, dass wegen meines körperlichen Zustands nicht mehr bei dieser EM drin war.“

Der Sportsoldat blickt aber bereits nach vorne: „Ich werde mich jetzt erholen und dann geht es sofort im Kraftraum weiter. Die EM war für mich ein Test und wir haben viele Informationen gewinnen können, auch wenn nicht alle positiv waren. Mein Gefühl hat sich bestätigt, auch weil ich nicht zu 100 Prozent auf die EM vorbereitet war. Insgeheim hatte ich mir mehr erhofft. So läuft es eben im Sport. Der Fokus lag eh nicht auf der Kurzbahn, mein Ziel ist März 2024 mit der Qualifikationszeit für die Olympischen Spiele.“ Henx wird schon am nächsten Wochenende bei einem Meeting im Campus Geesseknäppchen wieder im Einsatz sein. Dies wird nach dem Trainingslager ein erster Test im 50-m-Becken sein.

Im Überblick

Vorläufe, 50 m Freistil Männer (43 Teilnehmer):
1. Alessandro Miressi (ITA) 0:46:49
2. David Propovivi (ROU 0:46:70
3. Jacob Whittle (GBR) 0:46:85
… 18. Max McCusker (IRL) 0:48:33
… 42. Julien Henx (LUX) 0:52:59

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