Cyclocross-WM
„Ich hätte nicht mehr machen können“: Schreiber wird bei der Elite Zehnte
Marie Schreiber ist bei ihrer ersten Cyclocross-WM bei der Elite als Zehnte ins Ziel gefahren. Die 22-Jährige zeigt nach einer schwierigen Saison eine starke Leistung in Hulst.
Marie Schreiber fuhr bei ihrer ersten WM bei der Elite als Zehnte über den Zielstrich Foto: FSCL/Hugo Barthélemy
Nach einer kräfteraubenden Saison fand Marie Schreiber einen versöhnlichen Abschluss bei der Weltmeisterschaft in Hulst. Die 22-Jährige belegte am Samstag in den Niederlanden den zehnten Platz und war zwischenzeitlich sogar in Schlagdistanz zu der Gruppe, die um den dritten Platz kämpfte. „Ich hätte nicht mehr machen können“, sagte Schreiber. „Es war ein sehr schwieriger Parcours, vielleicht der schwerste der Saison. Viele Leute haben gedacht, dass ich hier mit sieben Minuten Vorsprung gewinnen müsste, weil ich letztes Jahr hier gewonnen habe.“
Schreiber startete aus der zweiten Reihe und lag nach der ersten Runde auf dem 12. Platz. Während sich vorne die niederländische Armada formierte, fiel die Luxemburgerin in der ersten Runde auf den 17. Platz zurück. „Mein Start war nicht so gut“, erklärte die Luxemburgerin. „Aber nicht, weil ich nicht gut war, sondern weil ich Pech hatte. Ich bin nicht gut durchgekommen und wurde dann aufgehalten.“ Doch Schreiber kämpfte sich nach und nach nach vorne und belegte nach der ersten Runde den 13. Platz – 20 Sekunden hinter der führenden Lucinda Brand (Niederlande), die von Kata Blanka Vas (Ungarn), Jolanda Neff (Schweiz) und Kristyna Zemanova (Tschechien) begleitet wurde.
In der zweiten Runde setzte Schreiber ihren Aufstieg fort und arbeitete sich auf den 11. Platz vor. Sie fuhr in einer Gruppe mit Marion Norbert Riberolle, Sandra Casasola und Inge van der Heijden. An der Spitze entwickelte sich ein spannender Dreikampf zwischen den niederländischen Landsfrauen Brand, Puck Pieterse und Ceylin del Carmen Alvarado.
Viele Stürze
Doch das Rennen nahm eine hektische Wendung: Zahlreiche Stürze prägten das Geschehen, darunter der von Pieterse, die nur schwer wieder auf die Beine kam. In der Folge setzten sich Brand und Alvarado ab, während hinter ihnen ein packender Kampf um Bronze entbrannte: Neff, Amandine Fouquenet (Frankreich), Pieterse, Zemanova und Vas fuhren in einer Gruppe, und nur zehn Sekunden später folgte Schreiber. Die FSCL-Fahrerin war in Schlagdistanz auf die Gruppe, die um Platz 3 kämpfte, konnte jedoch nie ganz an die Gruppe heranfahren.
Im Überblick
Cyclocross-WM 2026 in Hulst:
Elite Damen (30 Teilnehmerinnen):
1. Lucinda Brand (Niederlande) in 49:16 Minuten, 2. Ceylin del Carmen Alvarado (Niederlande) 0:27, 3. Puck Pieterse (Niederlande) 0:51, 4. Kata Blanka Vas (Ungarn) 0:56, 5. Amandine Fouquenet (Frankreich) 0:58, 6. Jolanda Neff (Schweiz) 1:02, 7. Zoe Backstedt (Großbritannien) 1:05, 8. Manon Bakker (Niederlande) 1:11, 9. Shirin van Anrooij (Niederlande) 1:20, 10. Marie Schreiber (Luxemburg) 1:37
Vorne stürzte zunächst Brand, dann auch Fouquenet. Zemanova brachte außerdem Riberolle zu Fall – weshalb die Belgierin die Tschechin wütend schubste, was schließlich zur Disqualifikation von Riberolle führte. Schreiber erreichte die letzte Runde als Neunte. An der Spitze war der Kampf um das Regenbogentrikot entschieden: Lucinda Brand, die Dominatorin der Saison, feierte ihren zweiten Weltmeistertitel nach 2021. Mit einem Rückstand von 27 Sekunden erreichte Carmen del Alvarado das Ziel, und Pieterse komplettierte das niederländische Podium als Dritte.
Marie Schreiber rollte bei ihrer ersten Elite-WM als Zehnte mit 1:37 Minuten Rückstand über die Ziellinie. „Ich bin der letzten Runde etwas eingegangen. Es gab die ganze Saison noch kein Rennen, bei dem ich so am Ende war. Es war gut heute, es haben vielleicht ein bis zwei Prozent gefehlt. Ich war nicht weit weg von der Gruppe, die ums Podium gefahren ist.“ Beendet ist die Cyclocross-Saison für Schreiber noch nicht. In den kommenden Tagen will sie noch weitere Rennen fahren.
Lebensmittelvergiftung bei vier FSCL-Sportlern
Am Samstagmorgen ging die Nachricht ein, dass „mindestens drei Fahrer aus unseren Reihen sowie vier belgische Fahrer, die im selben Hotel untergebracht sind“ erkrankt seien. Das teilte die FSCL mit. Auf luxemburgischer Seite betraf dies Juniorin June Nothum, Junior Ben Fleming und die U23-Fahrerin Layla Barthels. Laut FSCL sollen sich alle eine Lebensmittelvergiftung zugezogen haben. Nothum, deren erstes WM-Rennen am Samstag um 11.00 Uhr hätte starten sollen, ging nicht an den Start. Auch Layla Barthels und Loïc Bettendorff, die am Sonntag hätten starten sollen, konnten nicht an ihren Rennen teilnehmen und reisten bereits am Samstag ab.
Am Samstagvormittag äußerte sich auch der belgische Verband: „Zita Peeters (Juniorinnen), Shanyl De Schoesitter (U23 Frauen), Kay De Bruyckere (U23 Männer) und Julie Brouwers (Elite Frauen) werden an diesem Wochenende aufgrund einer Erkrankung nicht an den Wettkämpfen der Cyclocross-Weltmeisterschaften in Hulst (Niederlande) teilnehmen können.“