Powerlifting

Hitzige Duelle, Premieren und Rekorde: So lief die Coupe de Luxembourg

Die Silverbacks liefern die meisten neuen Rekorde und gewinnen den Pokal bei den Männern, der SC Hamm setzt sich mit seinem Frauenteam durch und der neue Verein Valhalla kämpft sich tapfer auf Platz zwei: Zum ersten Mal seit Langem fand am Sonntag in Hamm die „Coupe de Luxembourg“ mit der Beteiligung von drei Vereinen statt.

Frauen bei der Coupe de Luxembourg Rennveranstaltung, erstmals zahlreiche Teilnehmerinnen sichtbar

So viele Frauen haben noch nie an der Coupe de Luxembourg teilgenommen Foto: Silverbacks/Tomás Vicente Santana

Nicht nur die Zahl auf dem Thermometer war rekordträchtig: Bei hochsommerlichen Temperaturen scheuten rund 40 Powerlifter*innen keine Mühen, um ihren Verein beim Landespokal und der Coupe PWFL zu vertreten. Alle drei Vereine, Silverbacks, SC Hamm und der erst vor wenigen Monaten gegründete Valhalla Powerlifting Club, hatten ein Damen- und Herrenteam aufgestellt, wobei die hohe Anzahl an Athletinnen, vor allem der jüngeren Generation, hervorstach.

Für die Teamwertung wurden die Ergebnisse der vier Athlet*innen mit den meisten Good Lift Points einberechnet. Am Ende setzte sich bei den Frauen der SC Hamm mit 258,97 Punkten durch, dies vor Valhalla mit 218,83 und den Silverbacks mit 190,8. Letztere hatten jedoch bei den Männern eindeutig das Sagen: 349,71 gingen auf das Konto des Koericher Vereins. Auch hier gaben sich die Valhalla-Krieger kämpferisch und lauerten mit 219,29 auf Platz zwei. Krankheits- und verletzungsbedingt musste der SC Hamm mehrere Ausfälle beklagen, doch Ben Feiereisen hielt tapfer die Stellung und erzielte 75,18 Einzelpunkte.

Die Teamwertungen im Überblick

Frauen:

1. SC Hamm (bestehend aus Lara Fischbach, Marina Alexandreas, Hajar Naji, Laura Giacomini)

2. Valhalla (Diana Macedo, Meggie Gengler, Ijeoma Uhuegbulem, Charlotte Kalmes)

3. Silverbacks (Fiona Muller, Nathalie Hierzig, Luna Pepin)

Männer:

1. Silverbacks (Mirco Macchi, Florian Stronck, Aaron Ferreira, Yoan Silva Simoes)

2. Valhalla (Oskar Lubienicki, Anthony Kiesch, Louis Buselli, Max Serra)

3. SC Hamm (Ben Feiereisen)

Die Coupe PWFL wurde ins Leben gerufen, um auch Athlet*innen eine Teilnahme zu ermöglichen, die beispielsweise Vereinsmitglieder sind und im Ausland leben, noch nicht die Voraussetzungen erfüllen, um für Luxemburg bzw. den Verband anzutreten, oder eine „Loisirs“-Lizenz haben und dennoch Wettkampfluft schnuppern wollen.

Hier setzte sich Andya Witjes mit 74 Punkten haushoch durch, die in ihrem jungen Alter bereits 140 kg im Squat, 77,5 im Bankdrücken und 155 im Deadlift schafft. Das Podium vervollständigten Silvia Troiani mit 71,44 und Jaxy Witjes mit 58,29 – knapp vor Erin Breland-Carnazzo, die bei ihrem Debüt 57,80 erzielte. Auch bei den Männern war das Wettkampf von souveränen Versuchen und einem knappen Endergebnis geprägt: Giulio Mazzanti wurde Erster mit 56,89, dicht gefolgt von Kay Corral mit 56,03.

Bei einer solch hohen Teilnehmerzahl mangelte es nicht an Highlights, Rekorden und persönlichen Bestleistungen. Hier eine Zusammenfassung nach Einzeldisziplinen.

Squat/Kniebeuge

Giulio Mazzanti

Giulio Mazzanti Foto: Laura Giacomini

Abgesprochen war es nicht, doch letztendlich erzielten Florian Stronck (-74 kg) und Aaron Ferreira (-105 kg) nicht nur die exakt gleiche Anzahl an Punkten, sondern auch jeweils neue Landesrekorde in Kniebeuge und Kreuzheben. Stronck, in Bestform, brach diesen gleich zweimal mit 220 und 230 kg, während Ferreira auf 250,5 erhöhte. Doch auch die 122,5 von Nathalie Hierzig, 125 von Silvia Troiani, 225 von Timon Seul und 192,5 von Edwin Wilson sind vielversprechend für die Zukunft. Brian Spoo (-120) erzielte mit 235 ebenfalls eine persönliche Bestleistung.

Bench Press/Bankdrücken

Hitzige Duelle, Premieren und Rekorde: So lief die Coupe de Luxembourg

Foto: Valhalla Powerlifting Club/André Macedo

Der SC Hamm war nicht nur mit geballter Frauen-Power vertreten, sondern auch in Bench-Press-Stimmung: Hervorzuheben seien vor allem die persönliche Bestleistung von Marina Alexandreas, die die 70-kg-Schallmauer durchbrach und außerdem im Anschluss als Kampfrichterin im Einsatz war, und die 62,5 von Hajar Naji. Doch auch Diana Macedo, Fiona Muller, Meggie Gengler, Nathalie Hierzig und die Jüngste, Jaxy Witjes, schafften fast ihr eigenes Körpergewicht im Bankdrücken.

Neue Landesrekorde erzielten Anthony Kiesch mit 177 kg in der 105-kg-Klasse und Florian Stronck mit 145. Kim Erpelding bewies mit 167,5 erneut, dass dies seine stärkste Disziplin ist, während sich unter anderem Neuzugang Loris Erpelding mit 105 bei unter 74 kg Körpergewicht und der sehr junge Thibault Mergaux (125, -93) auf einem guten Weg befinden.

Deadlift/Kreuzheben

Ijeoma Uhuegbulem

ljeoma Uhuegbulem Foto: Valhalla Powerlifting Club/André Macedo

Bei vielen Powerliftern ist das Kreuzheben die Disziplin mit der höchsten Last – so auch bei Mirco Macchi, der unter tosendem Applaus ganze 310 kg zur Strecke brachte. Dass der -93-kg-Athlet damit den luxemburgischen Rekord brach, liegt auf der Hand. Die bereits erwähnten Rekorde von Aaron Ferreira und Florian Stronck betrugen 287,5 bzw. 210 kg. Yoan Silva Simoes schraubte den nationalen Rekord in der -66-kg-Kategorie auf 200 kg hoch. Ben Feiereisen und Oskar Lubieniecki erzielten mit 240 bzw. 245 persönliche Bestleistungen. Auch bei Kylian Grethen, Max Serra, Jakob Juznic, Joao Bomfim und Francesco Fiorentino war das Kreuzheben die stärkste Disziplin, wobei etliche von ihnen einen ihrer ersten Wettkämpfe bestritten.

Bei den Frauen sorgten vor allem die 170 kg von ljeoma Uhuegbulem (+84) vor Aufsehen. Die nächste Station ist der Landesrekord, wie die Athletin angekündigt hat. Doch auch Diana Macedo ist auf Rekordjagd und erzielte mit 131 im Kreuzheben nicht nur eine neue nationale Bestmarke, sondern auch das Dreifache ihres Körpergewichts. Powerlifting verlangt Geduld: Charlotte Kalmes, die erst vor Kurzem mit dem Training begonnen hat, brachte bei ihrem ersten Wettkampf 75 kg souverän zur Strecke.

Best Athletinnen nach Einzelwertung

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Foto: Silverbacks/Tomás Vicente Santana

Lara Fischbach (SC Hamm) wurde mit 75,27 Punkten beste Einzelathletin des Turniers – die intensive Arbeit an der Technik in den vergangenen Wochen trägt Früchte. Mit 73,02 Punkten belegte Diana Macedo (Valhalla) Platz zwei. Auf Silverbacks-Seite erreichte Fiona Muller Platz drei mit 68,45 – knapp vor ihrer Vereinskollegin Nathalie Hierzig. Dass von jedem Verein eine Athletin auf dem Podium stand, wurde von vielen Anwesenden als positiv gewertet.

Beste Athleten nach Einzelwertung

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Foto: Silverbacks/Tomás Vicente Santana

Dreimal Silverbacks: Der Koericher Verein gab auch in der Einzelwertung den Ton an. An Mirco Macchi führte kein Weg vorbei – 94,89 erreichte der Athlet, der bereits als Junior in Italien Top-5-Plätze belegte. Florian Stronck und Aaron Ferreira hatten beide am Ende 86,41 auf dem Konto – das Körpergewicht war für die Platzierung entscheidend.

Darüber hinaus wurden die neuen Trainer*innen geehrt, die im Juni erfolgreich ihr Examen bestanden haben. Sowohl Nationaltrainer Alain Hammang als auch Speaker und PWFL-Generalsekretär Gaston Parage lobten das Engagement des Trainernachwuchses und blicken mit Zuversicht in die Zukunft. Auch die zahlreichen Loaders, Kampfrichter und technischen Assistenten, die den Livestream im Blick hatten, fielen positiv auf und gelten als Beispiel dafür, dass junge Menschen dem Ehrenamt nicht fernbleiben.

Gruppenfoto der neuen Trainer*innen

Die neuen Trainer*innen Foto: Silverbacks/Tomás Vicente Santana

Jaxy Wtjes, Andy Wtjes und Silvia Troiani feiern als Siegerinnen der Coupe PWFL auf dem Siegerpodest

Jaxy Wtjes, Andy Wtjes und Silvia Troiani, Siegerinnen der Coupe PWFL Foto: Silverbacks/Tomás Vicente Santana

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