Volleyball
Gym holt sich ihren zehnten Meistertitel
Viermal hatten sich Mamer und die Gym bisher in dieser Saison auf dem Spielfeld getroffen. 2:2 stand es in der bisherigen Bilanz. In der Volleyball-Sprache könnte man sagen: Der Meistertitel wird im Tiebreak entschieden.
Freude bei der Gym über das erste Double seit 2012 Foto: Editpress/Jeff Lahr
In diesem „Tiebreak“ erwischte Mamer am Samstag einen Bilderbuchstart. Nach den ersten drei Bällen war die Gym noch nicht richtig im Spiel angekommen. Doch schnell sollte sich das ändern: Beim Stand von 6:5 übernahm Bonneweg kurz darauf die Führung. Vor allem Lara Picht und Alexis Diaz trieben den Angriff ihres Teams immer wieder an.
In der Folge entwickelte sich ein Spiel auf hohem Niveau – sowohl in der Offensive als auch in der Defensive –, das jedoch immer wieder von leichten Fehlern, vor allem beim Aufschlag, unterbrochen wurde. Die Stimmung in der Halle steigerte sich zunehmend. Beim Stand von 14:16 nahm Fabio Aiuto eine Auszeit, denn die Gym geriet etwas ins Hintertreffen. Doch die Fans trommelten ihr Team zurück ins Spiel. Kurz darauf war es an Ivo Iliev, seine Mannschaft an die Seitenlinie zu holen (19:20).
Die Money-Time war angebrochen: Schaus und Co. erspielten sich ein Mini-Break (23:21). Mamer nahm die zweite Auszeit. Dann drei Satzbälle für Bonneweg – den ersten konnte Mamer noch abwehren, den zweiten verwandelte Picht mit einem entschlossenen Angriff. Die Gym hatte vorgelegt, nun war Mamer gefordert, zu reagieren.
Sieben Satzbälle
Mit einem deutlichen 3:0-Sieg machte die Gym den Meistertitel perfekt Foto: Editpress/Jeff Lahr
Bei Mamer waren bis dahin vor allem Catherine Amyot (6) und Vanessa Koos (5) die eifrigsten Punktesammlerinnen, beim Gegner Gym zeichneten sich Lara Picht (6), Shona Fraser (5) und Alexis Diaz (4) aus. Mit den gleichen Formationen gingen beide Teams in den zweiten Satz.
Erneut entwickelte sich zu Beginn ein enges Spiel, ehe der Gym ein Mini-Break gelang (5:3). Als sein Team nicht sofort reagieren konnte, nahm Iliev eine frühe Auszeit (5:8). Der Drei-Punkte-Rückstand hielt jedoch noch einige Zeit an – und wuchs zwischenzeitlich sogar an. Zwei Leichtsinnsfehler der Gym brachten Mamer wieder etwas näher heran (14:16). Doch der Gegner reagierte umgehend, erhöhte den Druck und zog erneut auf fünf Punkte davon.
„Immer wenn die Gym aufs Gaspedal drückte, wurde deutlich, wie sehr uns der Ausfall von Alyssa Ballenger im Angriff beeinträchtigt“, so Anne Neu, Libera von Mamer. Auch eine weitere Auszeit von Iliev änderte daran nichts. Er versuchte es schließlich mit einem Wechsel auf der Zuspielposition und brachte Julie Teso für Lindsay Dowd.
Bonneweg ließ sich jedoch nicht beirren und erspielte sich diesmal gleich sieben Satzbälle, von denen Fraser den ersten direkt verwertete. Damit führte der Favorit – genau wie eine Woche zuvor – mit 2:0. Würde es Mamer erneut gelingen, das Spiel noch einmal zu drehen?
Erste Double seit 2012
Statistik
Mamer - Gym 0:3 (22:25, 17:25, 20:25)
Mamer: Dowd (3), Verardo (4), Cubonova (12), Amyot (10), Koos (7), Dimitrova (6); Libero: Neu, Auswechselspielerinnen: Ballenger, Sitar (1), Teso; 27 Mannschaftsfehle
Gym: Fraser (11), Schaus (11), Schubert (1), Schneider (3), Diaz (10), Picht (12); Libero: Kauka, Auswechselspielerinnen: Lepicka; 16 Mannschaftsfehler
Im dritten Satz nahm Dowd wieder ihren Platz ein, ansonsten gab es keine personellen Änderungen. Mamer wirkte nun sichtlich nervös und geriet bereits beim ersten Ballwechsel mit dem Schiedsgericht aneinander. Die Stimmung in der Halle kippte etwas. Die Spielerinnen konnten dies schnell abhaken, bei den Zuschauern dauerte es etwas länger.
Das Spiel blieb intensiv, beide Teams schenkten sich nichts und keiner Mannschaft gelang es zunächst, sich entscheidend abzusetzen. Als sich jedoch einige Fehler ins Spiel von Mamer einschlichen, konnte die Gym erstmals etwas davonziehen (14:10). Erste Auszeit Mamer – und diesmal fand Iliev offenbar die richtigen Worte, denn sein Team kämpfte sich wieder heran. Die Hoffnung auf eine Wende keimte bei den Mamer Fans erneut auf.
Doch Bonneweg konterte und zwang Iliev zu einer weiteren Auszeit (19:16). Dowd, die zwischenzeitlich von Teso ersetzt worden war, kehrte ins Zuspiel zurück, während Ballenger beim Aufschlag eingesetzt wurde. Doch die Entscheidung war gefallen: Vier Satzbälle für den Pokalsieger.
Schaus, die in diesem dritten Satz mit nicht weniger als acht Punkten zur stärksten Spielerin avancierte, blieb es vorbehalten, den Satz und damit das Finale zu entscheiden. Am Ende setzte sich die Mannschaft mit den weniger Eigenfehlern klar durch. „Wir haben heute nur sehr wenige Fehler gemacht und waren in den entscheidenden Momenten einfach besser“, so Picht.
Die Gym zeigte insgesamt den größeren Siegeswillen. „Wir haben uns die Arbeit in den letzten beiden Spielen gut aufgeteilt. Betrachtet man beide Partien, hatte niemand einen schwachen Auftritt.“ Mit dem Meistertitel und dem Pokalsieg sicherte sich Bonneweg das Double – das erste seit 2012 und das sechste der Vereinsgeschichte.
Sichtlich stolz zeigte sich auch Picht, die trotz ihrer langen Karriere bislang noch keinen Titel gewonnen hatte und diesen Erfolg nun endlich feiern konnte.
Für Lara Picht ist es der erste Titel ihrer Karriere Foto: Editpress/Jeff Lahr
Resultate
Damen:
3. Finalspiel („best of three“):
Mamer - Gym 0:3 (22:25, 17:25, 20:25)
Play-down (letzter Spieltag):
Bartringen - Esch 3:0 (25:18, 25:12, 27:25)
Echternach - Fentingen 3:0 (25:21, 25:23, 25:21)
Tabelle
1. Bartringen (20 Spiele/37:33 Sätze/33Punkte)
2. Esch (20/34:38/28)
3. Echternach (20/19:52/13)
4. Fentingen (20/9:59/3)
Herren:
Play-down (letzter Spieltag)
Amber/Lënster - Esch 1:3 (25:23, 24:26, 14:25, 21:25)
Echternach - Fentingen 1:3 (25:19, 23:25, 25:27, 21:25)
Tabelle
1. Fentingen (20/38:31/35)
2. Echternach (20/30:37/25)
3. Esch (20/14:53/10)
4. Amber/Lënster (20/5:57/3)