Hinter den Kulissen
Gewagte Farbkombination in Niederkorn und ein neuer Trainer in Wiltz
Der zehnte Spieltag der BGL Ligue ist passé. Was sich hinter den Kulissen abspielte, lesen Sie wie jede Woche hier.
Vor dem Anpfiff wurde in Niederkorn eine Gedenkminute für Jean-Paul Defrang abgehalten Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Gelbstich
Manche bereiten sich auf besondere Art und Weise auf ein Derby vor. Zum Spiel zwischen Niederkorn und Käerjeng tauchte der neue Progrès-Sportdirektor Jessy Ferreira in einer knallgelben Hose, einem schwarzen Oberteil und mit einer gelben Uhr auf. Man darf gespannt sein, mit welcher Garderobe er zum größeren Derby gegen den FC Déifferdeng 03 erscheinen wird. (del)
Thill fällt noch länger aus
Olivier Thill droht noch ein paar Wochen auszufallen. Der Neuzugang der UN Käerjeng laboriert seit dem Trainingslager mit der Nationalmannschaft an einer Muskelverletzung (Zerrung). Auch theoretisch hätte es nicht zum Duell mit seinem jüngeren Bruder Marek kommen können, denn der Nachwuchsspieler des Progrès lief am Samstag mit der U19 des Vereins auf. (del)
Gedenkminute für Jean-Paul Defrang
Der Progrès Niederkorn gedachte seines ehemaligen Torwarts und Trainers Jean-Paul Defrang, der Anfang dieser Woche im Alter von 70 Jahren verstarb. Defrang gewann mit dem Progrès zwei Meisterschaften und einen Pokal. Auch beim Gegner vom Samstag, der UN Käerjeng, war er als Co-Trainer aktiv. Sechsmal lief Defrang für die Nationalmannschaft auf. (del)
Das gleiche Schicksal
Im Stade Nosbaum trafen am Sonntag zwei Mannschaften aufeinander, die das gleiche Schicksal erlitten hatten. Ihnen kehrte der gleiche Mann den Rücken zu. In der Saison 1998/99 trat der bekannte Mäzen in die sportliche Familie des F91 ein. In Düdelingen wurden beim Fusionsverein Titel in Serie sowie sogar der Einzug in zwei Gruppenphasen der Europa League gefeiert. Bis sich der Mäzen mit den Gemeindevätern überwarf und in der Saison 2018/19 nach Hesperingen weiterzog. Nach dem gleichen Schema wurde der Swift erfolgreich aufgebaut, mit dem Titelgewinn 2023. Beim F91 wurden die Brötchen kleiner, in der abgelaufenen Saison verpasste er die Europapokalplätze. Davon kann man in Hesperingen nur träumen. Nach dem offiziellen Ausstieg des Mäzens im Herbst 2025 steckt man in den Schulden und riskiert, mit einem Minus-Punktestand zum Saisonabschluss einen internationalen Rekord aufzustellen. Das 5:0 lässt jedenfalls schon darauf schließen, wer den Abgang besser verkraftet hat. (MB)
Der 300-fache Bechtold
300 Einsätze in der BGL Ligue sind schon etwas Besonderes. Im Heimspiel gegen Differdingen durfte Michel Bechtold dieses große Ereignis feiern. 192 Mal in neun Jahren lief der 31-Jährige dabei für Victoria Rosport auf. Zuvor bestritt er 23 Spiele für die Fola, seine ersten Einsätze waren 2011-16 beim CS Grevenmacher, mit 85 Auftritten. Jubilar waren auch sein Klubkamerad Frederick Kyereh, der am Sonntag seinen 33. Geburtstag feierte, der Walferdinger Francisco Da Silva wurde zudem 20 Jahre alt und der Ettelbrücker Justin Cardoso 19. (MB)
Kein Trost
Mit dem Schlusspfiff in Walferdingen konnte Rümelingen gleich zwei Negativserien beenden. Nicht nur stoppte die USR ihre Niederlagenserie, auch auswärts gab es endlich wieder Grund zum Jubeln. Vor dem Gastspiel in Walferdingen hatte die Bilanz in der Fremde düster ausgesehen: vier Spiele, vier Niederlagen und ein Torverhältnis von 2:10. Die Erleichterung hätte entsprechend groß sein müssen, doch es überwog der Frust. „Wir machen ein gutes Spiel, aber wir haben heute zwei Punkte verloren. Es fühlt sich an wie eine Niederlage. Wir waren eigentlich sehr gut vorbereitet, aber manchmal fehlt uns die Konzentration und dann werden wir bestraft. Heute war auf jeden Fall mehr drin“, meinte Rümelingens Clayton Irigoyen. (sf)
Kopf-an-Kopf-Rennen
Mondorfs Angreifer Hatim Far gelang am Sonntag ein Hattrick gegen überforderte Wiltzer. Durch den Dreierpack konnte der Stürmer in der Topscorerliste mit Bissens Torjäger Romain Ferber gleichziehen: Der „Gladiator“ des Meisters war seinerseits gleich doppelt im Spiel gegen Hostert erfolgreich. (LC)
Crasson im Anmarsch
Bisher sieht die Saison für Aufsteiger Wiltz sehr beunruhigend aus. Der Neuling wartet bereits seit zwei Monaten auf einen Punktgewinn. Die Öslinger trennten sich vor zwei Wochen von Trainer Flavio Ribeiro. Wie wort.lu am Sonntag berichtete, soll mit dem ehemaligen F91-Coach Bertrand Crasson bereits ein Nachfolger in den Startlöchern stehen. Der Verein dürfte dies am Montag offiziell bestätigen. (LC/chd)
Götter oder göttlicher?
Am zehnten Spieltag kamen in Düdelingen erstmals die neuen Spielbögen des Verbandes zum Einsatz. Die Vereine brauchen nur noch die Lizenznummer der Spieler einzusetzen, den Rest erledigt der Computer. Bei der FLF wird es wohl einige Proteste hageln, bei den Namen traf man nicht immer die korrekte Rechtschreibung. So wird die Nummer 15 des F91 als Felix Götterlicher geführt, der richtige Name ist aber Göttlicher. Bei so einem prägnanten Namen ist das schon auffällig. (MB)
Dringender Anruf?
In der 49. gab es in Düdelingen eine Spielunterbrechung. Der Hesperinger Yanis Bouazzati nutzte die Verletzungspause und brachte sein Handy zur Auswechselbank. Warum hatte der Spieler überhaupt ein Telefon auf dem Platz benötigt? (MB)
Trainer-Schelte
„Das schnelle 1:0 war wichtig, aber auch das 3:0 war wichtig für uns, danach war ich beruhigt“, so Claudio Lombarelli nach dem Düdelinger Sieg gegen Hesperingen. Dass es ein Spiel war, bei dem man nur verlieren konnte, war dem F91-Trainer bewusst, seinen Spielern anscheinend nicht: „Der Swift wurde auf die leichte Schulter genommen: Beim Donnerstag-Training musste ich lauter werden und meinen Spielern einbläuen, dass die Partie kein Selbstläufer wird. Sieht man das Resultat, ist die Botschaft wohl angekommen.“ (MB)