Schwimmen
Gemeinsam im Zimmer, gemeinsam zur EM – und trotzdem will jeder schneller sein
Der eine studiert an der renommierten Loughborough University, der andere hat noch zwei Bachelor-Semester in Lissabon vor sich und schwimmt für Benfica. Finn Kemp und Joao Carneiro teilen nicht nur ein ähnliches EM-Programm und ihr Hotelzimmer, sondern auch sportliche Ziele. Vor allem aber verbindet die beiden Brust-Spezialisten trotz ihres internen Konkurrenzkampfs eine außergewöhnliche Freundschaft.
Finn Kemp (l.) und Joao Carneiro profitieren beide von ihrem Zweikampf Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
100 m Brust am Montag, 200 m Brust am Mittwoch, 50 m Brust am Freitag: Finn Kemp und Joao Carneiro werden sich in Paris nicht aus dem Weg gehen können, selbst wenn sie es wollten. So teilt sich das Duo ein Hotelzimmer – und wurde am Montag zum EM-Auftakt der Wettkämpfe sogar in den gleichen Vorlauf gesteckt. Carneiro war von dieser Nachricht zunächst nicht begeistert. „Als ich die Startliste am Sonntagnachmittag gesehen habe, empfand ich ein zusätzliches Stressgefühl. Das hat sich aber schnell gelegt. Wir haben uns in den vergangenen Wochen gemeinsam vorbereitet, die Dynamik zwischen uns ist super. Ich denke, dass es uns beiden zugute kam.“
Ein derartiges Verhältnis ist im Spitzensport nicht alltäglich. „Die Gehirne der Brasse-Schwimmer funktionieren anders“, scherzte Kemp, „aber das ist wohl nicht der Grund, warum man uns im Hotel zusammenlegte. Wir verstehen uns hervorragend.“ Der Respekt ist groß und der sportliche Konkurrenzkampf wohl genauso gesund, wie man sich das im Optimalfall vorstellt.