Schwimmen

Fabiani sorgt für Furore: Landesrekord und Platz 15 in Europa

Die FLNS-Delegation hat ihr großes Erfolgserlebnis bei den Europameisterschaften: Auf den 100 Metern fliegt Rémi Fabiani am Dienstagmorgen nicht nur zum Landesrekord, sondern auch ins Halbfinale. Obschon dort am Abend Endstation für den Studenten war, gab es (fast) nur positive Töne.

Rémi Fabiani ist eine große Last von den Schultern gefallen

Rémi Fabiani ist eine große Last von den Schultern gefallen Foto: deepbluemedia/FLNS

Um in Paris ins Halbfinale der 100 m Freistil einzuziehen, würde es einen neuen Luxemburger Landesrekord auf dieser Strecke benötigen. Die vorherige Bestzeit (48,60 Sek.) hatte Ralph Daleiden vor einem Jahr in Singapur bei der WM aufgestellt. Die Aussagen des Nationaltrainers Christophe Audot bestätigten sich am Wettkampftag: Die Bestzeit des Olympia-Teilnehmers von 2024 hätte nicht für ein Ticket im Semifinale gereicht.

Daleiden schlug im Vorlauf in 48,72 Sekunden an, wurde mit dieser Zeit 24. unter 91 Teilnehmern. 48,54 Sek. hätten es mindestens sein müssen, um unter die besten 16 Europas zu rutschen. Zu diesem Zeitpunkt war nicht einmal klar, ob es für Rémi Fabiani reichen würde. Der hatte nämlich genau das geschafft, was auf der Königsstrecke verlangt war. Doch obschon er den Vorlauf in 48,44 Sek. gewann – und Daleiden den Landesrekord abnahm –, wurde vor dem Bildschirm gezittert. Immerhin hatten noch 30 Top-Sprinter mit einer schnelleren Meldezeit die Option, seine Zeit zu unterbieten.

Popovici von einem anderen Stern

Taten sie aber nicht (alle). Herausgeragt hat im letzten Vorlauf allerdings wieder einmal der Rumäne David Popovici. Der gern gesehene Gast beim Euro Meet flog der Konkurrenz schon in den Vorläufen davon – und das in 47,13 Sekunden. Wie unfassbar schnell diese Rennen dann am Abend waren, bewiesen die Zahlen: Der Kroate Hribar zog mit 48,04 als Letzter ins Finale ein. Popovici schwamm sogar deutlich unter 47 Sekunden!

Fabiani wurde am Ende 15. des Gesamtklassements (in 48,66 Sek.). Es war die zweitschnellste Zeit seiner Karriere. Trotzdem gab es beim Luxemburger ein gewisses Gefühl der Unvollendetheit: „Beim Volumen habe ich im Training etwas eingebüßt. In den vergangenen Wochen musste ich ja auch nach einer Wohnung suchen und ich habe einen Job gefunden. Wenn man diese Faktoren einberechnet, dann ist das Abschneiden gut. Ich bin dennoch überzeugt davon, dass ich eine 48,0 oder eine 47,9 schwimmen kann.“ Fabiani schaute bereits voraus: „Ich denke, dass es dafür ein Jahr konkrete Vorbereitung braucht.“

Blick geht Richtung 50er

Nun hat er schon einmal einen Tag zur Verfügung, um sich von den Strapazen zu erholen. Sein ganz großer Coup steht allerdings erst am Samstag bevor: „Ich bin überzeugt davon, dass ich etwas Gutes auf den 50 Metern zeigen kann. Ich kann ein Finale anstreben. Auf dieser Strecke habe ich mich am meisten entwickelt, was mich eigentlich wundert, da ich das auch vorher schon am besten beherrschte.“

Ralph Daleiden hat Selbstvertrauen getankt

Ralph Daleiden hat Selbstvertrauen getankt Foto: deepbluemedia/FLNS

Sein Teamkollege Daleiden seinerseits ist seinen Rekord über 100 Meter Freistil los, kann sich aber mit dem Verlauf seines Rennens abfinden – und sich für den Konkurrenten freuen. „Ich bin relativ froh. Es ist eine meiner schnellsten Zeiten am Morgen.“ Seine größte Chance bietet sich wohl am Donnerstag auf den 200 Metern Freistil.

Von Nationaltrainer Audot gab es für beide großes Lob: „Es fehlt am Ende die Kraft auf den letzten 15 Metern im Halbfinale. Bis dahin ist er auf Weltklasse-Niveau. Seine Technik ist absolute internationale Topklasse. Die Bilanz dieses Tages ist definitiv ermutigend. Wir hatten am Morgen zwei Schwimmer mit 48er-Zeiten. Ralph hat mich in der zweiten Hälfte beeindruckt. Er hat sich gut erholt und ich hoffe, dass er auf den 200 Metern das Maximum herausholen kann. Ich bin glücklich und erleichtert. Es war ein toller Tag für den Luxemburger Schwimmsport.“

Im Überblick

Schwimm-Europameisterschaften im 50-m-Becken in Paris:
Am Dienstag (Tag 2):
100 m Freistil: 15. Rémi Fabiani 48,66 Sek. (Vorlauf 48,44, Landesrekord), 24. Ralph Daleiden 48,72
Am Mittwoch (Tag 3):
100 m Schmetterling: Florian Frippiat
200 m Brust: Finn Kemp, João Carneiro
200 m Freistil: Lou Jominet
400 m Lagen: Emma Barthel

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