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F91 auf dem Weg der Besserung
In einer situationsbedingt schwachen Partie zeigte der F91 gute Ansätze, der Weg zu alter Stärke ist aber noch weit. Der Racing war die bessere Elf, aber zu harmlos im Angriff, hier hatten die Gäste die kältere Schnauze.
Viel Verkehr im Strafraum Foto: Editpress/Jean-Jacques Patricola
Im „Duell der angeschlagenen Ambitionierten“ (siehe „T“ vom Samstag) sollte Claudio Lombardelli das F91-Ruder als neuer Coach herumreißen. Vor allem schwache Vorstellungen im neuen Kalenderjahr hatten in Düdelingen zum Trainerwechsel geführt. Diesen Schritt war der Racing schon Ende Oktober 2025 mit Sébastien Grandjean gegangen, aber immer noch hinken die Verlorenkoster den Erwartungen hinterher. Beim RFCUL geht es jetzt vorrangig darum, das Abstiegsgespenst zu vertreiben, der F91 will die Europapokalteilnahme nicht verspielen. Ein Sieg war für beide Seiten demnach von enormer Wichtigkeit.
Damit dieses Unterfangen klappt, wurden in der Aufstellung trotzdem kaum Änderungen vorgenommen. Der neue F91-Übungsleiter tauschte lediglich Stumpf für Neamtiu aus, am System nahm Lombardelli keine Änderung vor. Beim RFCUL nahm Hofland den Platz von Monge ein, Kada kam ebenfalls neu in die Elf.
Gab es beim F91 in der Aufstellung fast keine Änderung, traf dies in puncto Einstellung nicht zu. Zwar schlichen sich in das Düdelinger Spiel immer noch kleine Fehler ein, doch ein neues Konzept und der Zug zum Tor waren ersichtlich. Erleichtert wurde die Aufgabe durch ein frühes Tor, als Azevedo (4.) eine maßgerechte Stumpf-Flanke einnickte. Dreifach Glück hatte der F91, als Diakhité, Kanté (23.) und Stolz an Latik, Delorge und dem leeren Tor scheiterten. Glück hatte aber auch der RFCUL, als der Linienrichter einen klaren Ausball (Seitenlinie) übersah und Diakhité (28.) danach zum Ausgleich ins lange Eck zirkelte. Damit belohnten sich die Hausherren für ihren unermüdlichen Einsatz, vom Gast kam nichts mehr.
Auch nach dem Wechsel verfiel der F91 ins alte Strickmuster, der Racing blieb zunächst spielbestimmend. Mit zunehmender Spieldauer trug die Kabinenpredigt des Trainers zusehends Früchte, Düdelingen wurde offensiver, war aber hinten immer noch anfällig. Immerhin wurden die Bemühungen der Minetter belohnt, als Pianelli von rechts flankte und den frei stehenden Rotundo fand (58.), der aus kurzer Distanz zum 1:2 traf.
Der F91 machte diesmal nicht den Fehler der ersten Halbzeit, als er dem Racing Ball und Spiel überließ. Da sich die Hauptstädter nicht beeindrucken ließen, folgte ein offener Schlagabtausch. Jedenfalls drängten die Gastgeber auf den Ausgleich, die Möglichkeit hatte Diakhité auf dem Fuß (76.), er war aber zu zögerlich. Als der eingewechselte Lima kurz vor Schluss allein vor Ruffier auftauchte und den Sack nicht zumachte, blieb es bis zum Schlusspfiff spannend. In einer zähen Partie siegte der F91, weil er seine Tore machte.
Trainerstimmen
Sébastien Grandjean (RFCUL): „Wie immer waren wir die bessere Mannschaft auf dem Platz. Es häuft sich – im dritten Spiel in Folge bestimmen wir die Partie und ernten keine Früchte. Wir waren dem F91 in jeder Hinsicht überlegen, wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Torchancen und mehr Einsatz. Der Unterschied war, dass sie ihre Dinger gemacht haben und wir nicht.“
Claudio Lombardelli (F91): „Heute war für jeden alles drin. Wir sind früh in Führung gegangen und haben das Spiel anschließend unerklärlicherweise aus der Hand gegeben. In der Pause haben wir an einigen Stellschrauben gedreht, manchmal ist es besser, mit dem Kopf zu arbeiten, anstatt den Hammer rauszuholen. Nach der Pause konnten wir wieder in Führung gehen und hätten den Vorsprung ausbauen können. Das war nicht der Fall, sodass es bis zum Schluss ein Krimi war.“
Statistik
RFCUL: Ruffier – Mabanza, Hofland (90.+3 Fonrose), Kada, Lesquoy – Dewalque (74. Matubanzila) – Diakhité, Kanté, Ikene (88. Monge) – Matuvangua (88. Qevani), Stolz
F91: Latik – Pianelli, Gavioli, Kirch – Delorge, Morren, D. Monteiro, Stumpf – Azevedo (83. Neamtiu), A. Gomes (62. Lima), Rotundo (73. Englaro)
Schiedsrichter: Ferreira – Santos, Da Silva
Gelbe Karten: Hofland, Kada, Mabanza – Rotundo
Torfolge: 0:1 Azevedo (4.), 1:1 Diakhité (28.), 1:2 Rotundo (58.)
Beste Spieler: Kanté, Lesquoy – Azevedo, Kirch, Morren
Zuschauer: 188 zahlende
Spieler des Spiels: Herausragend war kein Spieler, aber Evan Rotundo traf für den F91 zu drei Punkten.
Klein, aber oho: Körpergröße ist nicht alles im Fußball, Moussa Kanté ist der neue Denker und Lenker im RFCUL-Spiel, der Winterzugang ist ein echter Gewinn.
Der Gewinner: Agostinho Azevedo blüht nach dem Trainerwechsel wieder auf, der Düdelinger Stürmer war der agilste seines Teams.
Die Flanke des Tages: Das 1:2 kam wie aus dem Nichts, aber die Flanke von Adrien Pianelli war butterweich und auf den Punkt genau.