Olympia
„Endlich habe ich es ins Ziel geschafft“: Osch beendet den Slalom als 28.
Matthieu Osch hat bei seinen dritten Olympischen Spielen zum ersten Mal einen Slalom beendet. In Bormio wurde er am Montag 28. Gold ging anden Schweizer Loïc Meillard.
Matthieu Osch beendete zum ersten Mal einen olympischen Slalom Foto: ATP/Qian Jun
Am Montagvormittag herrschten auf der Stelvio-Piste in Bormio bereits widrige Bedingungen. Schon den ganzen Morgen über gab es starke Schneefälle, die auch beim Start des Slaloms um 10.00 Uhr anhielten und bis zum letzten Läufer nicht nachließen. Die Kombination aus schwierigen Sicht- und Pistenverhältnissen sowie einem äußerst anspruchsvollen Kurs machte es für viele Fahrer besonders schwer.
Bei Startnummer 35 waren bereits 14 Teilnehmer ausgeschieden. Bei der Vorstellung der einzelnen Athleten musste sich ARD-Kommentator Bernd Schmelzer beeilen. „Es sind so viele Ausfälle. Man muss schauen, dass man bis zum Nachnamen kommt, sonst ist er schon draußen – so schnell geht das hier teilweise.“
52 Ausfälle im ersten Lauf
Als Matthieu Osch mit der Startnummer 54 im Starthäuschen stand, hatte es bereits 27 Fahrer erwischt. „Ich wusste, dass viele ausgefallen sind“, sagte Osch nach dem ersten Lauf. „Ich wusste auch, dass ich einen stabilen Lauf brauche und nichts Kompliziertes machen muss. Das ist mir gut gelungen.“ Am Ende fuhr er als 27. mit 8,08 Sekunden Rückstand auf den führenden Norweger Atle Lie McGrath ins Ziel. Ein später gestarteter Litauer sowie ein Chilene waren noch schneller als Osch, der damit auf Platz 29 zurückfiel. Durch die Disqualifikation des Italieners Tobias Kastlunger rutschte Osch letztlich auf Rang 28.
Im ersten Durchgang mussten die Athleten mit starkem Schneefall kämpf Foto: ATP/Qian Jun
„Das ist mir gut gelungen. Es hat nicht an jeder Stelle 100 Prozent gebraucht, einige Passagen waren wirklich tückisch. Da musste man sich noch mehr auf die Linie konzentrieren.“ Am Ende kamen von insgesamt 96 Startern lediglich 44 ins Ziel – 52 schieden also aus. „Der Kurs war sehr anspruchsvoll. Aber das ist bei solchen Events immer so. Patrick (Emptaz, sein Trainer) hat mir vor dem Start noch Infos gegeben. Da habe ich gesagt: ‚Nein, Schluss. Ich ziehe das jetzt so durch.‘“
Bessere Bedingungen am Nachmittag
Weil es Osch in die Top 30 schaffte, herrschte Zeitdruck. Gegen 11.15 Uhr gab er sein Interview nach dem ersten Lauf, dann musste er aber auch schnell wieder nach oben. Ein wenig Pasta, ein Proteinshake, dann stand schon die Besichtigung des Kurses für Lauf zwei an – und um 13.30 Uhr startete bereits der zweite Lauf.
Die Sicht am Nachmittag war besser, der Schneefall hatte aufgehört. Osch startete als Dritter im zweiten Lauf, was sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. „Wenn du weiter hinten startest, bekommst du mehr Informationen. Ich hatte im zweiten Durchgang aber eine sehr gute Piste und konnte meine eigene Spur fahren. Das gleicht sich also alles aus.“
Groß war der Jubel nach dem zweiten Durchgang Foto: ATP/Qian Jun
Am Ende fuhr Osch hinter dem führenden Isländer Jon Erik Sigurdsson als Zweiter ins Ziel und verlor damit einen Platz. Letztendlich beendet Osch bei seinen dritten Olympischen Spielen aber zum ersten Mal einen Slalom – und wird dabei 28. „Endlich habe ich es ins Ziel geschafft. Es war schon die Kirsche auf der Torte, dass ich im ersten Lauf in die Top 30 gefahren bin. Im zweiten Lauf habe ich einen Fehler gemacht, der etwas gekostet hat. Ich denke, zwei bis drei Plätze wären noch drin gewesen.“
Gold an Meillard
Auf der Tribüne von Bormio machten sich die luxemburgischen Fans, darunter auch Oschs Familie, lautstark bemerkbar. „Die letzten beiden Jahre waren hart für mich, auch die Familie hat mit mir gelitten. Ich glaube, das hier ist auch für sie schön.“ Am Dienstag reist Osch dann nach Cortina d’Ampezzo, wo er zusammen mit Gwyneth ten Raa Großherzog Henri treffen wird. Dann nimmt er noch an der Abschlusszeremonie teil.
Gold ging derweil an Loïc Meillard. Der Schweizer hatte Silber schon sicher, profitierte dann vom Ausfall des Besten aus Durchgang eins, Atle Lie Mc Grath, um sich vor Fabio Gstrein aus Österreich und Henrik Kristoffersen durchzusetzen.
Im Überblick
Olympia, Ski alpin, Männer, Slalom (96 Starter):
Gold: Loïc Meillard (Schweiz) 1:53,61 Minuten
Silber: Fabio Gstrein (Österreich) 0,35 Sekunden zurück
Bronze: Henrik Kristoffersen (Norwegen) 1,13
4. Timon Haugan (Norwegen) 1,42, 5. Armand Marchant (Belgien) 2,00, 6. Tanguy Nef (Schweiz) 2,02, 7. Eirik Hystad Solberg (Norwegen) 2,13, 8. Michael Matt (Österreich) 2,14, 9. Linus Straßer (Deutschland) 2,17, 10. Marco Schwarz (Österreich) 2,18, ... 28. Matthieu Osch (Luxemburg) 13,85