Tour de France
Eine Gedenktafel am legendären Brunnen: Gemeinde Junhac ehrt Charly Gaul
1959 wird Charly Gaul in der glühenden Hitze des Cantal von der Tour de France gestoppt – ausgerechnet ein Brunnen im kleinen Dorf Junhac wird zu seinem Zufluchtsort. Jahrzehnte später erinnert sich das Dorf an diesen Moment, der Radsportgeschichte und lokale Erinnerung miteinander verknüpft. Aus einer Idee im Café entsteht schließlich ein Projekt, das Luxemburg und Auvergne verbindet: eine Gedenktafel, eine Rad- und Wanderveranstaltung und die Rückkehr eines legendären Augenblicks an seinen Ursprung.
Am 8. Juli 1959 erfrischte sich Charly Gaul während der 13. Etappe der Tour de France am Brunnen in Junhac Foto: Privat
Das Département Cantal wurde bei dieser Tour de France zu einem wahren Glutofen – besonders auf der 13. Etappe der Tour 1959, die über 219 Kilometer von Albi nach Aurillac führte. Charly Gaul, damals noch amtierender Tour-de-France-Sieger und wenige Wochen zuvor Gewinner des Giro d’Italia, lag als Zehnter der Gesamtwertung noch aussichtsreich im Rennen. Doch die Côte de Vieillevie wurde für ihn – ebenso wie für das gesamte Peloton – zum Desaster.
Die drückende Hitze forderte ihren Tribut: Zahlreiche Fahrer gaben auf, das Feld zerfiel, und auch Gaul, der bei hohen Temperaturen sowieso immer wieder Schwierigkeiten hatte, brach ein. Kurz nach dem Ende des Anstiegs erreichte er das kleine Dorf Junhac. Dort hielt er an einem Dorfbrunnen an, stieg vom Rad und kühlte sich mit dem kalten Quellwasser ab. Er schüttete sich das Wasser über den Kopf, trank ausgiebig und konnte sich so zumindest etwas erholen. Dennoch verlor er bis ins Ziel viel Zeit: Als Etappen-16. lag er schließlich 20:40 Minuten hinter dem Tagessieger Henry Anglade. Die Tour 1959 sollte er später als Zwölfter beenden.