Leichtathletik

Die Hallensaison im Hinterkopf: Wie es nach dem EM-Finale für Patrizia Van der Weken weitergeht

Das EM-Finale am Montagabend könnte Patrizia Van der Wekens letztes Rennen in dieser Sommersaison gewesen sein. Zwar stehen noch zwei hochkarätige Wettbewerbe in ihrem Kalender, doch die Luxemburgerin muss abwägen, wie viel ihr Körper zulässt.

Patrizia Van der Weken wurde im EM-Finale Sechste

Patrizia Van der Weken wurde im EM-Finale Sechste Foto: FLA

Platz sechs im EM-Finale über 100 Meter – Patrizia Van der Weken hatte sich ihren Auftritt in Birmingham anders erhofft. Die Enttäuschung über das verpasste Edelmetall war am Montagabend groß. Und doch war allein schon ihr Finaleinzug alles andere als selbstverständlich.

„Vor vier, fünf Wochen hätte ich nicht hier stehen können“, sagte die 26-Jährige am Montagabend nach ihrem Rennen. „Allein, dass ich jetzt hier bin, ist ein kleiner Sieg. Der sechste Platz ist aber nicht das, was ich wert bin.“

Die Luxemburgerin hatte in diesem Sommer mit physischen Problemen zu kämpfen, die Achillessehne machte ihr zu schaffen. Viel Zeit blieb ihr nach einer rund einmonatigen Rennpause nicht, um sich optimal auf die EM vorzubereiten. Und doch schaffte sie es, im Finale nah dran zu sein. Aufs Podium fehlten nur vier Hundertstelsekunden.

„Jeder trainiert hart, aber es kommt auch darauf an, wer am gesündesten durchs Jahr kommt“, so eine Erkenntnis, die Van der Weken zog. „Dieses Jahr bin ich das auf jeden Fall nicht.“

Fragezeichen hinter dem Saisonendspurt

Wie es für die Sprinterin nun weitergeht, ist auch deshalb noch offen. Sie ist für das Diamond-League-Finale am 4. und 5. September in Brüssel qualifiziert. Auch bei den erstmals stattfindenden World Ultimate Championships vom 11. bis 13. September in Budapest könnte sie wohl an den Start gehen. Ob sie ihre Saison tatsächlich bis dahin verlängert, dürfte aber weniger vom Wettkampfkalender als von ihrem Körper abhängen.

„Einerseits wäre es cool, da zu starten. Andererseits ist es aber auch schwierig, jedes Jahr bis Mitte September zu laufen“, so Van der Weken. „Die Hallen-EM kommt danach auch wieder schnell näher. Ich muss jetzt erst einmal schauen, wie weit ich meinen Körper schon über die Grenze gedrückt habe und ob es schlau ist, noch weiter zu forcieren. Das entscheiden wir in ein paar Tagen.“

Die Wintersaison, die mit großen Schritten näherkommt, ist dabei fest im Hinterkopf. „Hoffentlich werde ich dann meine Revanche nehmen und bei der Hallen-EM die schönste aller Medaillen angreifen.“

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