Radsport

Del Toros Opfer, Merliers Ausstieg und Thomas’ Aufschwung: Die Geschichten der 15. Tour-Etappe

Der selbstlose Einsatz von Isaac del Toro, der Ausstieg von Tim Merlier (neben dem von Jonas Vingegaard) und die wiedergewonnene Form von Benjamin Thomas: Das sind die prägenden Geschichten der 15. Etappe der Tour de France, die Remco Evenepoel am Sonntag auf dem Plateau de Solaison gewann.

Isaac del Toro fuhr trotz eines Sturzes auf Platz 3 der Etappe

Isaac del Toro fuhr trotz eines Sturzes auf Platz 3 der Etappe Foto: AFP/Loïc Venance

Das Zitat des Tages

„Ich musste mich entscheiden: Entweder ich stürze allein oder ich fahre Tadej um“, erklärte Isaac del Toro. Der Mexikaner war in den Sturz verwickelt, der zum Ausstieg von Jonas Vingegaard führte und den Tadej Pogacar nur knapp vermeiden konnte. Das Opfer Del Toros war letztlich nicht allzu groß: Er beendete die Etappe als Dritter – hinter Remco Evenepoel und seinem Teamkapitän Pogacar.

Der „schnellste“ Ausstieg des Tages

Neben Jonas Vingegaard musste am Sonntag ein weiterer prominenter Fahrer die Tour de France verlassen: Sprinter Tim Merlier. Der Belgier hatte bei der 113. Tour-Ausgabe bereits drei Etappensiege gefeiert, doch auf den verbleibenden Etappen gab es für ihn kaum noch Chancen. Seit die Schlussetappe in Paris dreimal über den Montmartre führt, ist ein klassischer Massensprint auf den Champs-Elysées längst keine Selbstverständlichkeit mehr – auch wenn ein sprintstarker Fahrer mit Kletterqualitäten weiterhin gewinnen kann. Ebenfalls ausgestiegen ist Merliers Landsmann Tom Van Asbroeck – einen Tag vor dem zweiten Ruhetag.

Die Geste des Tages

Mit einer beeindruckenden Leistung am Plateau de Solaison rückte Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel wieder auf Rang zwei der Gesamtwertung vor. Gleichzeitig antwortete er seinen Kritikern, die ihm die Qualitäten für das Hochgebirge abgesprochen hatten. „Evenepoel wurde oft kritisiert. Lucien Van Impe hat sogar gesagt, dass er niemals die Tour gewinnen könne“, erinnerte sich Louis Vervaeke, früherer Teamkollege des Belgiers bei Soudal-Quick Step. „Es freut mich für Belgien, auch wenn er nicht mehr mein Teamkollege ist“, sagte der 32-Jährige.

Das Comeback des Tages

„Der menschliche Körper ist manchmal schon seltsam …“ Mit seinem gewohnt trockenen Humor sprach Cofidis-Profi Benjamin Thomas über seine wiedergewonnene Form nach einigen schwierigen Tagen. „Am Freitag war ich in der Spitzengruppe und habe viele Kräfte gelassen. Gestern war ich kurz davor, nach Hause zu fahren. Nach zehn Kilometern war ich völlig platt, hatte große Mühe, wieder zum Gruppetto aufzuschließen und überhaupt ins Ziel zu kommen“, erklärte der Franzose. „Heute ging es dagegen wieder deutlich besser.“ Der Olympiasieger von Paris 2024 im Omnium blickt nun optimistisch auf die Etappe am Mittwoch zwischen Chambéry und Voiron. „Vielleicht ergibt sich dort eine Chance. Ansonsten bleiben noch die Champs-Elysées – aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.“

Die Mutigen des Tages

Mehr als 16.000 Hobbyradsportler aus 79 Ländern nahmen am Sonntag an der 34. Ausgabe der „L’Etape du Tour de France“ teil. Die Strecke war in diesem Jahr besonders anspruchsvoll, da sie dem Profil der 20. Tour-Etappe vom kommenden Samstag entsprach. Auf dem Programm standen die Anstiege zur Croix de Fer, zum Télégraphe, zum Galibier sowie der Schlussanstieg nach Alpe d’Huez über den Col de Sarenne. Den Sieg bei den Frauen sicherte sich die Britin Victoria Stansfield in 6:19:12 Stunden, bei den Männern war der Italiener Luca Cavallo in 5:20:20 Stunden der Schnellste.

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