Paralympics
Das sind die Tops und Flops der Paralympischen Winterspiele
Unerschütterliche Ukrainer, eine beeindruckende Anzahl von Athleten oder die mit viel Kritik behaftete Rückkehr von Russland und Belarus auf die Weltbühne des Sports. Die 14. Paralympischen Winterspiele Mailand und Cortina d‘Ampezzo hatten einiges zu bieten. Wir stellen die Tops und Flops zusammen.
Die Paralympischen Spiele von Mailand und Cortina d‘Ampezzo sind zu Ende Foto: AFP/Jeff Pachoud
Tops:
Unerschütterliche Ukrainer
Die Eröffnungs- und Schlussfeier boykottierte die Ukraine. Wie schwer war das mental für die Sportler, die in einigen Wettkämpfen gegen die Kriegsgegner aus Russland und Belarus antreten mussten? Doch sie trotzten der schwierigen Situation sportlich, lieferten im nordischen Bereich Topleistungen in Serie. Mit 19 Medaillen sammelten sie die drittmeisten, nur die alles überragenden Chinesen und die USA sammelten noch mehr.
Beeindruckende Breite
Auch im Wintersport entwickelt sich die paralympische Bewegung extrem weiter. Mit 55 Nationen waren so viele Länder dabei wie noch nie – und gleichzeitig können auch mehr denn je im Medaillenkampf mithalten. 26 verschiedene Nationen gewannen in den 79 Wettkämpfen Medaillen, damit wurde der 32 Jahre alte Rekord aus Lillehammer (25) überboten.
Flops:
Deutschlands bittere Bilanz:
Das Team D erlebte im Medaillenspiegel ein Debakel. Sowohl die Zahl von zwei Goldmedaillen als auch der elfte Platz in der Gesamtabrechnung sind historische Tiefstwerte des Nachbarlands. Seit dem ersten Rang im Medaillenspiegel von Vancouver zeigt der Trend mit den Plätzen zwei, fünf, sieben und nun eben elf kontinuierlich nach unten. Diese Entwicklung macht große Sorgen, darüber kann auch die mit 17 letztlich viertgrößte Medaillenanzahl nicht hinwegtäuschen.
Russische Rückkehr:
Die weiß-blau-rote Flagge weht wieder im Weltsport. Die internationale Kritik und der Boykott einiger Nationen bei der Eröffnungsfeier überschatteten die bei Weitem nicht unpolitischen Spiele. Zwar durften nur sechs russische Athletinnen und Athleten via Wildcards dabei sein, doch diese mischten die Paralympics auf. Achtmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze sammelten die Russen – und landeten auf Rang drei im Medaillenspiegel. Die Signalwirkung der Russen-Rückkehr ist fatal.
Schlechter Schnee:
Der März-Termin wird für die Paralympics immer mehr zur unlösbaren Herausforderung. Wie zuvor schon in Sotschi, Pyeongchang und Peking machten auch in Norditalien zweistellige Plusgrade und die pralle Frühjahrssonne die Bedingungen teilweise unzumutbar. Aus der anfangs festen Langlauf-Loipe wurde tiefer Schneematsch, die Hänge von Alpinen und Snowboardern zur Buckelpiste – Folge waren unzählige Stürze. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels braucht es für die Zukunft einen Plan B.