Fußball
City, PSG und Co. in der Champions League: Das große Bangen
Manchester City muss vor dem letzten Spieltag in der Champions League ums Weiterkommen zittern – auch andere Großkaliber haben eine dürftige Ausgangslage. Leandro Barreiro und Benfica Lissabon müssen ebenfalls punkten, um mindestens die Play-offs des Achtelfinales abzusichern.
Gianluigi Donnarumma und Paris SG müssen den Super-GAU verhindern Foto: AFP/Karim Jaafar
Das letzte große Endspiel von Manchester City in der Champions League ist noch nicht lange her. Am 10. Juni 2023 setzte sich das Team von Pep Guardiola in der Nacht von Istanbul erstmals die europäische Krone auf, nun steht wieder ein großes Finale an. Diesmal aber geht es um nichts anderes als das nackte Überleben: Denn gegen den internationalen Fußball-Zwerg Club Brügge drohen die Citizens am heutigen Mittwoch hochkant aus der Königsklasse zu fliegen.
Es droht der Worst-Case, das absolute Horrorszenario für den so erfolgsverwöhnten Scheichklub von der Insel. „Das kann passieren“, hatte Guardiola in der Vorwoche nach dem ernüchternden 2:4 bei Paris Saint-Germain einräumen müssen. „Wir haben nicht genug Punkte geholt.“ Nun braucht der Starcoach am Mittwoch (21.00 Uhr) zwingend einen Sieg, um sich mit seiner kriselnden Mannschaft noch so eben unter die besten 24 Teams und damit in die Play-offs zu retten.
Unter allen Trainern der Spitzenklubs dürfte der 54-Jährige vor dem Showdown den größten Druck verspüren. Doch ist er bei Weitem nicht der einzige, der den Ansprüchen im umgemodelten Modus der Champions League hinterherläuft. Auch für Schwergewichte wie Paris, Abonnement-Champion Real Madrid oder Juventus Turin hat sich die neue Ligaphase als ungewohnt holprig entpuppt.
So ist auch das Weiterkommen von PSG, immerhin Finalist im Jahr 2020, vor dem finalen Auftritt beim VfB Stuttgart noch nicht gesichert – ein Punkt fehlt, um fest für die Play-offs planen zu können. Trafen Großklubs wie die Franzosen vor der Reform auf zumeist maximal eine weitere Spitzenmannschaft in der Gruppenphase, musste PSG nun etwa gegen Arsenal, Atletico Madrid und den FC Bayern ran – und verlor diese Duelle allesamt.
Nicht viel besser erging es Real Madrid, das sich zwar die Teilnahme an den Play-offs gesichert hat, vor dem abschließenden Duell mit Stade Brest im Kampf um den direkten Einzug ins Achtelfinale aber um kräftige Mithilfe angewiesen ist. Damit teilen die Königlichen ihr Schicksal mit Juventus Turin, die punktgleich nur einen Rang hinter Real auf Platz 17 stehen.
Den natürlichen Anspruch der Spitzenklubs, die Pflichtaufgabe Vorrunde mal eben so im Vorbeigehen zu erledigen, hat der neue Modus erheblich erschwert. In der Tabelle steht Titelverteidiger Real plötzlich hinter einem Außenseiter wie Stade Brest – das vor dem direkten Duell einen Punkt mehr auf dem Konto und damit bessere Aussichten auf die Top acht und den direkten Sprung ins Achtelfinale hat.
Benfica Lissabon steht derzeit mit zehn Punkten auf dem 21. Platz. Der Rückstand auf den ersten Rang, der für die direkte Qualifikation für das Achtelfinale reicht, beträgt drei Punkte. Drei Mannschaften, die nach aktuellem Stand ausgeschieden wären, können den Verein von Leandro Barreiro noch überholen. Für den portugiesischen Rekordmeister kann es also in zwei grundverschiedene Richtungen gehen. Gegen Juventus Turin will Benfica zumindest die Play-offs für das Achtelfinale sichern. Der Luxemburger hofft in Turin auf seinen ersten Champions-League-Einsatz von Anfang an.
Spannung ist garantiert. Für 25 von 36 Mannschaften (oder in 16 von 18 Spielen) geht es am Mittwoch noch um etwas, sei es die direkte Qualifikation für das Achtelfinale oder die Teilnahme an den Play-offs. Die Runde der besten 16, für die sich die ersten acht Mannschaften qualifizieren, haben bislang nur der FC Liverpool und der FC Barcelona sicher. Neun Teams sind bereits sicher ausgeschieden.
So geht es weiter
Am Freitag werden um 12.00 Uhr in Nyon/Schweiz die Play-offs ausgelost. An diesen nehmen am 11./12. und 18./19. Februar die 16 Mannschaften auf den Plätzen neun bis 24 teil. Die jeweiligen Sieger der acht Play-off-Paarungen erreichen das Achtelfinale, das am 4./5. und 11./12. März ausgetragen werden soll. Für die Ermittlung der Achtelfinalpaarungen (21. Februar) werden erneut Vierergruppen gebildet (Plätze 15/16, 17/18 gegen 1/2, Plätze 9/10, 23/24 gegen 7/8 usw.). Anders als in den vergangenen Jahren gibt es anschließend jedoch nicht mehr eine Auslosung für jede K.o.-Runde, sondern einen festgelegten Turnierbaum bis zum Finale am 31. Mai in München.