Handball-Europapokal
Berchem mit kollektiver Leistung und Nervenstärke in die zweite Runde – auch Esch weiter
Eine Woche nach dem knappen 31:30-Auswärtssieg des HC Berchem in Montenegro war auch das Rückspiel am Samstag in der Crauthemer Sporthalle eine spannende Angelegenheit. Nach 60 intensiven Minuten qualifizierten sich die Roeserbanner durch einen kollektiven 34:31-Erfolg gegen Sutjeska Niksic für die zweite Runde im European Cup.
Amer Karamehmedovic erzielte zehn Tore Foto: Editpress/Fernand Konnen
Während HCB-Coach Martin Hummel auf seinen Kapitän Ben Weyer (Muskelaufbau nach einem Kreuzbandriss) und Bob Mousel (Nasenbruch im Abschlusstraining) verzichten musste, konnte der neue Trainer der Roeserbanner erneut auf Lé Biel, Teo Wener und Ben Brittner zählen. Berchem begann optimal. Torwart Kell Meyers tischte in den Anfangsminuten einige Paraden auf und nach vier Minuten führten die Hausherren durch Tore von Vrgoc und Karamehmedovic mit 2:0.
Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Match. Berchem hatte zwischen der 10. und 24. Minute eine gute Phase und konnte sich einen Fünf-Tore-Vorsprung erspielen. Der Grundstein für die Qualifikation war gelegt, die Gastgeber gaben die Führung bis zum Schluss nicht mehr her.
Vor allem Amer Karamehmedovic und Raphael Guden waren im ersten Abschnitt die Antreiber beim HCB. In den Schlussminuten des ersten Durchgangs schwächelten die Gastgeber aber leicht und kassierten einige haltbare Treffer und zur Pause waren die Gäste beim Stande von 16:14 wieder dran.
10 Tore von Neuzugang Karamehmedovic
Nach dem Seitenwechsel blieb es eng. Mitte des zweiten Abschnitts verkürzten die Montenegriner den Rückstand bis auf ein Tor (44‘, 23:22), doch gerade in den kritischen Phasen zeigten die Berchemer Nervenstärke. Leroy Pereira, Ben Majerus und Charel Brittner behielten in den wichtigen Situationen einen kühlen Kopf und sorgten mit ihren Toren für Sicherheit. Sutjeska gab aber zu keinem Zeitpunkt auf, kämpfte unverdrossen, doch als Karamehmedovic (2) und Oskar Wener in der 54. Minute den Vorsprung erneut auf vier Tore erhöhten, befanden sich die Grün-Weißen definitiv auf Qualifikationskurs.
Am Ende einer spannenden Auseinandersetzung behielten die Roeserbanner verdienterweise die Oberhand. Einen großen Anteil an diesem Sieg hatte Neuzugang Amer Karamehmedovic, der bei zehn Versuchen zehn Treffer erzielte.
„Dass wir zweimal gegen Sutjeska gewinnen würden, hatten wir im Vorfeld nicht unbedingt erwartet. Wir haben uns aber sehr gut auf die zwei Spiele vorbereitet und sind verdienterweise in die nächste Runde eingezogen. Für mich persönlich lief das Spiel ideal, ich denke, dass ich mein bislang bestes Spiel im Dress von Berchem gemacht habe“, so Karamehmedovic, der im Sommer aus Käerjeng kam. Der gebürtige Bosnier besitzt seit kurzem auch die luxemburgische Staatsangehörigkeit und könnte in seiner aktuellen Form durchaus ein Kandidat für das FLH-Team sein.
Für die siegreichen Berchemer gibt es allerdings keine Verschnaufpause. Bereits am Mittwoch ist Meister Red Boys zu Gast im Roeserbann und am Wochenende des 17. Oktober steht dann auch schon die zweite Runde im European Cup an.
Statistik
Berchem: K. Meyers (1-30‘, 5 P.), S. Meyers (31-50‘, 2 P.), Hadrovic (50-60‘, 2 P.) – Guden 6, Testa, O. Wener 2, Majerus 4, C. Brittner 5, Pereira 5, T. Wener, Castilla, Scheid, Karamehmedovic 10, B. Brittner, Biel, Vrgoc 2
Sutjeska: Demirovic (1-34‘, 41-60‘/ 8 P.), Pejovic (34-41‘, 2 P.), Mandic – Bulatovic 8/2, Tomanovic, O. Corovic 2, Krivokapic 4, Marusic 2, Andrijasevic, J. Corovic 1, Sljukic 2, Gluscevic, Sekaric 2, Damjanovic 7, Erakovic 3.
Schiedsrichter: Hummelgard/Svensson (SWE)
Siebenmeter: Berchem 0/0 – Sutjeska 2/2
Zeitstrafen: Berchem 3 – Sutjeska 4
Zwischenstände: 5‘ 3:1, 10‘ 5:5, 15‘ 8:5, 20‘ 10:6, 24‘ 13:8, 35‘ 19:15, 40‘ 21:19, 45‘ 24:23, 50‘ 26:24, 55‘ 30:26
Zuschauer: 400 (offizielle Angabe)
Esch rettet Vorsprung ins Ziel
Der HB Esch steht in der zweiten Runde des European Cup. Der Pokalsieger setzte sich am Wochenende im Hinspiel in Nordmazedonien gegen GRK Tikves 2014 mit 30:27 durch und verteidigte den Vorsprung im Rückspiel trotz einer 32:33-Niederlage.
Im ersten Duell tat sich Esch zunächst schwer, drehte die Partie aber nach der Pause und legte damit den Grundstein zum Einzug in die nächste Runde. Auch am Sonntag blieb es lange eng. Nach einem frühen 1:3-Rückstand übernahm Esch zwar zwischenzeitlich die Kontrolle und führte in der ersten Halbzeit mit vier Toren (11:7 in der 24‘). Drei Zeitstrafen in Folge brachten Tikves jedoch zurück ins Spiel. Nach der Pause setzte sich Esch noch mal mit drei Toren ab, doch die Gastgeber ließen sich nicht abschütteln. Zehn Minuten vor Schluss glichen sie zum 26:26 aus und gingen in der Schlussphase sogar in Führung. Esch hielt den Rückstand aber bei einem Tor und zog so mit dem besseren Gesamtergebnis in die zweite Runde ein. Deren Auslosung findet am Dienstag statt. Neben Esch und Berchem erfahren dann auch die Red Boys ihren Gegner. Die Differdinger hatten als Meister ein Freilos in der ersten Runde. (jw)