Handball

Berchem gewinnt verrückten Handballkrimi

Bitterer Dämpfer für den HBD: Nach dem überraschend klaren Heimsieg gegen Meister Red Boys mussten sich die Düdelinger vorgestern nach einem verrückten Handballkrimi buchstäblich in letzter Sekunde in Berchem geschlagen geben. Umjubelter Held der Roeserbänner war Ben Majerus, der mit der Schlusssirene zum 39:38‑Sieg ins leere Düdelinger Tor traf.

Oskar Wener steuerte sieben Treffer zum Sieg der Berchemer bei

Oskar Wener steuerte sieben Treffer zum Sieg der Berchemer bei Foto: Editpress/Fernand Konnen

Mit breiter Brust präsentierten sich Zekan, Etute und Co. vorgestern in der Crauthemer Sporthalle, immerhin hatten sie am letzten Mittwoch Meister Red Boys beim 37:27 Heimsieg eine kleine Lektion erteilt. Dementsprechend forsch begannen die Schützlinge von HBD-Coach Dusko Bilanovic das Match und nach nur 3‘ führten die Gäste durch Etute (2), Ilic und Y. Hippert mit 4:1. Doch Berchem reagierte schnell und nach 7‘ lagen die Hausherren durch Treffer von Karamehmedovic, Biel und Oskar Wener erstmals mit 6:5 vorne. In der Folgezeit entwickelte sich eine rasante, unterhaltsame und temporeiche Partie. Beim HBD waren Etute und der quirlige Yabn Hippert die effizientesten Akteure, derweil Nationalkeeper Mika Herrmann vorgestern nicht seinen besten Tag erwischt hatte und nach 17‘ mit nur einer einzigen Parade den Platz für Matush Lallemang freimachte. Auf der Gegenseite war HCB-Schlussmann Scott Meyers gut in Form und dank seiner Paraden und der Tore von Biel, O. Wener und Pereira blieb es spannend. Zur Pause lag der HBD nur hauchdünn mit 20:19 vorne. Nach dem Seitenwechsel waren die Düdelinger sofort wieder hellwach. Torwart M. Lallemang war auf Temperatur und I. Etute, Zekan und Köller sorgten mit ihren Toren in der 41‘ für eine komfortable 29:24‑Führung der Gäste. Eine Vorentscheidung bahnte sich an, doch die Berchemer bewiesen Kampfgeist und jede Menge Moral und in der 54- hatten die Grünweißen von Trainer Martin Hummel durch den starken Biel, den aufmerksamen Mousel und Majerus wieder knapp die Nase vorn (34:33).

Lé Biel mit dem Tunnelblick

Die letzten Spielminuten waren an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Als Biel in der 58. beim Stande von 36:37 einen Siebenmeter verwarf, schien alles auf einen HBD-Sieg hinzudeuten, doch nur wenig später bewies derselbe Spieler bei der gleichen Übung Nervenstärke und egalisierte. Der clevere Mousel brachte sein Team 20 Sekunden vor Ende mit 38:37 in Führung, ehe Steffen fünf Sekunden vor dem Abpfiff wieder ausglich. Mit dem Schlussgong versetzte Majerus dem HBD jedoch den K.‑O.‑Schlag. „Ich hatte heute den Tunnelblick und war voll auf das Match konzentriert“, sagte der zwölffache Torschütze Lé Biel nach dem glücklichen Sieg. „Es freut mich, dass endlich wieder meine Form und mein Vertrauen zurück sind. Wir haben trotz Rückstand nie aufgegeben, sind cool geblieben und haben uns diesen Sieg erkämpft. In den nächsten Tagen wartet aber ein enorm schweres Programm auf uns. Am Mittwoch geht es nach Esch, ehe am Wochenende zwei Europacup-Duelle in eigener Halle anstehen.“

Statistik

Berchem: S. Meyers (1-60‘/ 14 P.), K. Meyers, Hadrovic – Testa, O. Wener 7, Majerus 3, C. Brittner 1, Mousel 5, Pereira 4, T. Wener 1, Castilla, Karamehmedovic 4, B. Brittner 1, Biel 12/4, Vrgoc 1
HBD: Herrmann (1-17‘/58-60‘/ 1 P.), M. Lallemang (17‘-58‘/ 9 P.) – Seince, Barone, Köller 6, Mayer, Ilic 6/1, Zekan 6/1, Y. Lallemang 1, Goergen, I. Etute 10, Neuberg 1, Steffen 2, Y. Hippert 6

Schiedsrichter: Janics/Keves
Siebenmeter: Berchem 4/5 – HBD 2/2
Zeitstrafen: Berchem 4 – HBD 5
Zwischenstände: 5‘ 3:5/ 10‘ 9:8/ 15‘ 11:11/ 20‘ 14:14/ 25‘ 16:17/ 35‘ 22:23/ 41‘ 24:29/ 45‘ 28:31/ 50‘ 32:33/ 55‘ 34:34
Zuschauer: 379 (offizielle Angabe

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