Vor dem Final Four
Basketballerin Magaly Meynadier und das Pokal-Déjà-vu
Gleicher Ort, wieder ALBA – und möglicherweise noch einmal Keltern. Magaly Meynadier und die Saarlouis Royals erleben am Wochenende im deutschen Pokal ein Déjà-vu und hoffen auf das gleiche Happy End.
Magaly Meynadier will mit den Saarlouis Royals den Pokal verteidigen Foto: Editpress/Jeff Lahr
Wenn sich die Saarlouis Royals am Freitag mit dem Bus auf die rund zehnstündige Fahrt nach Berlin machen, dürften sich einige Spielerinnen um zwölf Monate zurückversetzt fühlen. Vor fast genau einem Jahr machten sich die Saarländerinnen bereits einmal auf den Weg zum Final Four in die deutsche Hauptstadt – und kamen mit dem Pokal zurück.
Für Magaly Meynadier war es ein ganz besonderer Moment, war es doch der erste Titel in ihrer Profikarriere, die 2016 begann und sie immer wieder nach Saarlouis zurückbrachte. „Dieses Gefühl und dieser Stolz, es endlich gepackt zu haben, waren enorm. Zudem als Kapitänin der Mannschaft den Pokal entgegennehmen zu dürfen, war schon außergewöhnlich – vor allem nach dem Verlauf des Wochenendes.“
Damals erlebten Meynadier und Co. im Halbfinale quasi die gesamte Palette an Gefühlen, wie sie sich erinnert. Gegen Gastgeber ALBA sah ihr Team zur Halbzeit fast schon wie der sichere Verlierer aus, kämpfte sich jedoch eindrucksvoll zurück, um im Finale dann Favorit Keltern zu dominieren.
„Ich nenne es immer Konfetti“, sagt sie lachend. „Die Ernüchterung in der ersten Halbzeit, dann die Wut in der Pause und die Hoffnung, als wir zurückgekommen sind. Es war verrückt – diese ganze Energie und dann dieses Finale, in dem einfach alles klappte. Die Leute sagten, es sah aus wie gemalt.“
Ein gutes Zeichen?
Kurios für die 34-Jährige und ihre Teamkolleginnen ist jedoch, dass sich die aktuelle Situation fast wie ein Déjà-vu anfühlt. Wie 2025 findet das Final Four des deutschen Damenpokals auch in diesem Jahr in der Berliner Sömmeringhalle statt. Wie damals treffen sie im Halbfinale auf Gastgeber ALBA und könnten es im Endspiel erneut mit dem großen Favoriten Keltern zu tun bekommen. Ob das vielleicht ein Zeichen sein soll?
„Genau das habe ich auch schon zu meiner Mannschaft gesagt“, meint die Royals-Kapitänin mit einem Lachen, zeigt sich gleichzeitig aber gewarnt vor dem Halbfinalgegner. „Wenn du der Gastgeber des Final Four bist, dann willst du sicherlich nicht noch einmal so etwas erleben wie im letzten Jahr. Ich erwarte, dass sie mit ganz neuen Sachen kommen.“
Dass ALBA eine etwas schwierigere Saison erlebt, nicht nur beide Begegnungen gegen Saarlouis verloren hat, sondern derzeit auch nur auf dem sechsten Tabellenplatz steht, dürfte sie nach Meinung der FLBB-Nationalspielerin nur noch gefährlicher machen.
Dieses Gefühl und dieser Stolz, es endlich gepackt zu haben, waren enorm
Magaly Meynadier
über den Pokalsieg 2025
Verpatzte Generalprobe
„In unserer Liga ist aktuell sowieso alles möglich“, meint Meynadier weiter und kommt damit direkt auf die verpatzte Generalprobe ihrer Mannschaft zu sprechen. Am Sonntag unterlag das Team beim Tabellenletzten Freiburg, obwohl es derzeit souverän auf dem zweiten Rang steht.
„Zum Glück steht nun dieses wichtige Wochenende bevor, sonst hätten wir es im Training in dieser Woche zu spüren bekommen“, sagt sie lachend. Vielleicht war es jedoch der perfekte Weckruf, um in Berlin wieder alles aus sich herauszuholen. „In letzter Zeit hat irgendwie das Feuer gefehlt. Ich hoffe, diese Emotionen kommen nun zurück. Vielleicht war die Niederlage zu diesem Zeitpunkt gar nicht mal so schlecht.“
Ziel der Royals ist ganz klar, den Finaleinzug zu schaffen und zu schauen, was dort – wahrscheinlich gegen den Dauerrivalen und amtierenden Meister Keltern – möglich sein könnte.
Auf eines können die Saarländerinnen auch in diesem Jahr wieder zählen: Ein Fanbus wird die Reise nach Berlin auf sich nehmen. Meynadier hofft zudem auf volles Haus und tolle Stimmung in der Hauptstadt. Dass die Entscheidung um den Pokal erneut in Berlin fällt, ist für sie die richtige Wahl, denn kein anderer Verein bringt so viel Professionalität in den Damenbasketball wie ALBA – und davon profitieren am Ende alle Beteiligten. Im letzten Jahr war das Final Four jedenfall ein voller Erfolg.