Analyse
Kneipenproxy Kloertext
„Dat diskutéiere mer elo mat dësen Invitéen“: Mit diesen Worten beginnt Caroline Mart alle 14 Tage die weitreichendste Politiktalkshow Luxemburgs. Der erste „Kloertext“ im jungen Jahr über Meinungsfreiheit und soziale Medien verlief konsensual. Sven Clement, Charles Goerens, die Anwältin Valérie Dupong und Editpress-Direktor Jean-Lou Siweck waren sich einig: Meinungsfreiheit ist das Recht, seine Meinung im Rahmen festgelegter Grenzen äußern zu dürfen. Oder wie Goerens sagte: „Einfach mam Pifffaass iwwert anerer ze fueren ënnert der Invocation vun der Meenungsfräiheet geet net.“
Wie einseitig ist die Gästewahl in Caroline Marts „Kloertext“?
Ob der DP-Politiker Goerens in den „Kloertext“ eingeladen wurde aufgrund seiner Expertise in puncto soziale Medien oder um die Suspendierung von Monica Semedo zu bewerten, war allerdings nicht ganz klar. Denn auch Mart – wie andere ihrer RTL-KollegenInnen – rührte kräftig in der Causa Semedo. Wie viel ein Journalist zur „Kloertext“-Debatte beitragen kann, zeigte dabei die Teilnahme von Jean-Lou Siweck.