Parteipolitik

Kaputtes Vertrauensverhältnis: Wie die Piraten in der Chamber weiterarbeiten wollen

Experiment Fraktion gescheitert. Während Sven Clement seinem Ex-Kollegen Polidori Respekt zollt, will Marc Goergen in der Chamber von nun an für sich allein arbeiten.

Es kriselt zwischen den verbliebenen Abgeordneten Sven Clement (l.) und Marc Goergen

Es kriselt zwischen den verbliebenen Abgeordneten Sven Clement (l.) und Marc Goergen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Für die Piraten beginnt die Sommerpause mit einer Krisensitzung. Am Montagmorgen gab der Abgeordnete Ben Polidori überraschend seinen Austritt aus der Partei bekannt. Am Montagabend kam die Parteileitung zu einem Treffen zusammen, bei dem zeitweise auch Polidori anwesend war. Am Dienstagmorgen zollte Sven Clement seinem ehemaligen Parteigenossen im RTL-Interview Respekt, dass „er sich auch denen erklärt hat, mit denen er vorher nicht gesprochen hatte“. Eine Stunde lang stand Polidori den Mitgliedern Rede und Antwort. „Ben hat erklärt, dass er die meisten Probleme mit Sven hat, dass er das nicht mehr mit sich vereinbaren kann und deshalb die Partei verlässt“, sagt Marc Goergen, der zweite übrig gebliebene Piratenabgeordnete neben Clement, am Dienstag gegenüber dem Tageblatt. Dabei gehe es um inhaltliche Probleme: den Umgang mit der Causa „MALT“ und anderen Fällen. Sowohl die Partei als auch die Fraktion habe in der Vergangenheit Aufträge an Sven Clements Firma gegeben, so Goergen. „Da wurde zu lange darüber hinweggeschaut.“ Für Polidori war es der Grund zum Ausstieg.

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