Kaufen, scannen, schreddern

KI-Unternehmen bestellen massenweise antiquarische Bücher – auch in Luxemburg

Merkwürdige Bestellungen, mitten in der Nacht. Ein Unternehmen aus Kanada kauft im großen Stil alte Bücher, sie enden wohl als Futter für KI-Modelle. Das hat auch ein Antiquar aus Luxemburg erlebt.

Antiqiuar Hans Fellner: Passion für das Geschriebne,Die einen sehen hier eine eindrucksvolle Bibliothek an Kunstbänden, andere gefundenes Fressen für den Datenhunger der KI

Antiqiuar Hans Fellner: Passion für das Geschriebne,Die einen sehen hier eine eindrucksvolle Bibliothek an Kunstbänden, andere gefundenes Fressen für den Datenhunger der KI Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Alles begann mit einer nächtlichen Bestellung im Frühjahr. 30 bis 40 Bücher, in mehreren Etappen, eine kanadische Firma, eine Lieferadresse in den USA. „Es war eine kuriose Mischung, die ich nicht gewohnt war“, sagt Hans Fellner. „Mir war das suspekt.“ Der Luxemburger handelt online mit antiquarischen Büchern, bei 90 Prozent seiner Aufträge geht es um einzelne Bücher. Eine solche Massenbestellung ist für ihn äußerst ungewöhnlich. Fellner lehnt sie ab. Dann beginnt er zu recherchieren. Über den Namen des Unternehmens, das bei ihm bestellt hat, findet er heraus: Er ist nicht der Einzige.

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