Staatsfinanzen
Defizit schrumpft auf 339 Millionen Euro
Die Einnahmen des Zentralstaats steigen in den ersten neun Monaten schneller als die Ausgaben. Finanzminister Gilles Roth sieht darin ein gutes Zeichen. Die Opposition warnt vor wackeligen Grundlagen.
Gilles Roth ist optimistisch Foto: Editpress/Julien Garroy
Der Luxemburger Zentralstaat hat bis Ende September knapp 23,9 Milliarden Euro eingenommen. Das berichtet Radio 100,7. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Ausgaben stiegen um rund neun Prozent auf 24,2 Milliarden Euro. Unterm Strich bleibt ein Defizit von 339 Millionen Euro. Verglichen mit dem Vorjahr stellt das eine Verbesserung dar: Damals lag das Defizit zum gleichen Zeitpunkt bei 521 Millionen.
Getragen werden die Einnahmen unter anderem vom Finanzplatz. Hinzu kommen rund 450 Millionen Euro mehr Erbschaftssteuer als im Vorjahr. Grund ist eine außergewöhnliche Erbschaft.
Opposition skeptisch
Zwei Tage vor der Vorstellung des Haushaltsentwurfs 2027 übt die Opposition Kritik. Die grüne Abgeordnete Sam Tanson verweist auf die weiterhin roten Zahlen. „Das liegt daran, dass wir auch eine sehr hohe Steigerung der Ausgaben haben. Das kann man keine gesunde Situation nennen.“
Auch Franz Fayot (LSAP) bleibt skeptisch. Die Zahlen stünden „auf relativ wackeligen Füßen“. Seine Partei sorgt sich zudem um die geplante Steuerreform. Sie soll den Staat jährlich fast eine Milliarde Euro an Einnahmen kosten. Roth hält dagegen. Die Entwicklung der Einnahmen stimme ihn optimistisch, dass die Reform finanzierbar sei. (hat)