Esch

Historisches und architektonisches Esch (5): Friedhof Sankt Joseph

Gustave Sluse übernahm 1924 das Wohnhaus und die Werkstatt von Johann Weisgerber-Gillen. Er stammte aus der Gegend von Ecaussines im Hennegau (Hainaut/Belgien). In dieser an Granitsteinbrüchen reichen Ortschaft hatte das Steinhauerhandwerk Tradition. Sluses Markenzeichen waren Grabsteine aus schwarzem Marmor mit Kupferverzierungen. Das direkt an der Längsallee gelegene Monument der Familie Kremer-Olivo bietet ein interessantes Beispiel dafür (d).

Im Vordergrund links und rechts Grabstätten von Priestern, die durch das Kelchmotiv gekennzeichnet sind. Links im Hintergrund die neoklassizistische Kapelle der Minenbesitzerfamilie Tabary-Schintgen.

Im Vordergrund links und rechts Grabstätten von Priestern, die durch das Kelchmotiv gekennzeichnet sind. Links im Hintergrund die neoklassizistische Kapelle der Minenbesitzerfamilie Tabary-Schintgen. Foto: © Christof Weber, 2015

Der Friedhof Sankt Joseph beherbergt aber auch Werke von anerkannten Künstlern. So hat der 1883 in Fossembrone (I) geborene Bildhauer Duilio Donzelli im Jahr 1917 ein einzigartiges Grabmonument für die Installateur-Familie Reckinger geschaffen. Es handelt sich um die Skulptur einer fast lebensgroßen gebeugten Trauernden im Witwenschleier (b). Ein überraschendes Mohnblumendekor – der Mohn steht für ewigen Schlaf und Vergessen – greift von der eigentlichen Skulptur auf die Grabplatte und auf ein steinernes Pflanzgefäß aus. Donzelli wurde 1924 wegen „kommunistischer Umtriebe“ des Landes verwiesen. Er wirkte lange Zeit in Lothringen und starb 1966 in Valence in Südfrankreich.

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