Esch
Historisches und archiktektonisches Esch (4): Friedhof Sankt Joseph
Die gängige Bezeichnung des Sankt-Joseph-Friedhofs stellt einen Bezug zu der angrenzenden gleichnamigen Pfarrkirche her. Allerdings ist die Pfarrkirche jüngeren Datums (1877) als der Friedhof, der 1865-1866 nicht als katholischer Gottesacker, sondern als öffentlich-rechtliche städtische Einrichtung auf der Gemarkung „Im Thiergarten“ angelegt wurde.
Das Denkmal in Form eines Katafalkes von François-Xavier-Hubert Leesberg aus der Werkstatt Weisgerber-Gillen in Esch/Alzette Foto: © Christof Weber, 2015
Kaum war die neue Begräbnisstätte eingeweiht, musste sie die 116 Escher Opfer der Cholera-Epidemie von 1866 aufnehmen. Diese raffte jeden 15. Escher dahin. Über die Jahrzehnte wurde der Friedhof mehrmals erweitert, um mit der Bevölkerungsentwicklung von Esch/Alzette Schritt zu halten. Trotzdem kann man allenthalben den demografischen Druck spüren, der auf dem Bering lastete. Manche Gräber liegen so eng aneinander, dass man kaum dazwischen stehen kann. Daher sei Besuchern geraten, sich entlang der Hauptalleen zu bewegen, um von hier aus die verschiedenen Grabmonumente zu entdecken.