Chamber
Eine geballte Faust gegen jede Form von Unterdrückung: Linke Abgeordnete Ana Correia vereidigt
Vor ihrer Vereidigung am Mittwoch im Parlament erhob die neue linke Abgeordnete Ana Correia da Veiga kurz die rechte Faust. Sie wollte damit ein Zeichen gegen jede Form von Unterdrückung setzen.
Ana Correia da Veiga (43) erhob vor ihrer Vereidigung kurz die rechte Faust. Die DP (im Hintergrund) und die anderen Fraktionen im Parlament ließ das größtenteils unbeeindruckt. Foto: Chambre Des Députés
„Vous êtes prête? On y va.“ Dass Kammerpräsident Claude Wiseler (CSV) Ana Correia da Veiga nach der „Vérification des pouvoirs“ zu Beginn der Kammersitzung am Mittwochmorgen auf Französisch ansprach, war vielleicht ein geläufiger stereotyper Reflex. Als Ana Correia darauf mit „watgelift?“ antwortete, vereidigte Wiseler sie schließlich auf Luxemburgisch als neue Abgeordnete von „déi Lénk“. Nur den Protokolltext verlas er auf Französisch, wie er es bei allen neuen Abgeordneten tut.
Bevor Ana Correia ihren Eid standesgemäß ablegte – mit halb erhobener flacher Schwurhand und auf Luxemburgisch („ech schwieren et“) – reckte sie eine Sekunde lang die rechte Faust in die Höhe. Im Parlament löste ihre Aktion keine Reaktionen aus. Erst das Foto dieser Momentaufnahme, das später in den Medien und sozialen Netzwerken kursierte, polarisiert. Luxemburgische Linke wie der frühere Abgeordnete Serge Urbany und Correias Vorgänger David Wagner teilten es auf Facebook, genau wie die französische Europaabgeordnete Manon Aubry (LFI). Das Wort erzählte am Donnerstag die Geschichte hinter der „Faust im Parlament“, die ihren Ursprung in den afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegungen habe. Auf Facebook stieß Correias Geste wenig überraschend im rechten politischen Lager auf Kritik, das Wort sperrte im Laufe des Freitags die Kommentarfunktion unter dem Artikel.