SEW/OGBL
Eine Gewerkschaft zerlegt Claude Meisch: Kritik am Krisenmanagement des Bildungsministers
Die Gewerkschaft der Grundschullehrer SEW/OGBL geht mit Bildungsminister Claude Meisch hart ins Gericht. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag hagelte es Kritik. Die Gewerkschaft fordert ehrliche Zahlen, korrekte Statistiken und zeitnahe Transparenz über die Situation im Land. Im Fokus der Kritik standen zudem das gänzliche Fehlen einer Organisation rund um den Distanzunterricht sowie groß angekündigte Nachhilfekurse, die niemals stattfanden.
Patrick Arendt, Präsident der Gewerkschaft der Grundschullehrer SEW/OGBL, sagt, dass die Lehrer kein Vertrauen mehr in die Zahlen und Statistiken des Bildungsministeriums haben. Es sei zu viel uminterpretiert und verschleiert worden. Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Zum ersten Mal, seit er das Amt des Bildungsministers innehat, versendete Claude Meisch Glückwunschkarten von seinem persönlichen E-Mail-Account aus an alle Lehrer. Das war kurz vor der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts im Januar. „Das ist so außergewöhnlich, dass wir es hier erwähnen müssen“, sagt Patrick Arendt, Präsident der Gewerkschaft SEW/OGBL der Grundschullehrer, auf der Pressekonferenz am Donnerstag. „Das ist sehr lieb, wird aber auch bitter nötig sein, da es immer noch keinen Plan für die Schule gibt“, sagt Arendt. Übrigens wollten die Gewerkschafter die Einladung an die Journalisten mit folgendem Titel versehen: „D’Schoul ass erëm un, vill Gléck am neie Joer, de Plang ass nach ëmmer net do.“ – „Das hat uns gut gefallen, weil es etwas provokativ formuliert ist.“ Dennoch entschieden sie sich für ein anderes Motto: „L’école est ouverte, la crise est encore là … et maintenant?“