Kapverdische Inseln
Der Künstler Nelson Neves als Brückenbauer zwischen zwei Kulturen
Die Kapverdischen Inseln haben sich trotz oder gerade wegen fehlender Bodenschätze zu einem Musterstaat entwickelt. Die frühere portugiesische Kolonie gehört heute zu den wohlhabendsten afrikanischen Ländern. Zum Erfolg haben die politische Stabilität, der kulturelle Reichtum und die nach wie vor enge Beziehung der Auswanderer zu ihrer Heimat beigetragen. Der Autor hat den kapverdisch-luxemburgischen Künstler Nelson Neves auf die Insel Santo Antão begleitet.
Straßenbild auf Santo Antão Fotos: Sergio Pires
Aus der Nähe sind das Aufprallen eines Basketballs und die Rufe der Schüler zu hören, die gerade im Sportunterricht auf Korbjagd gehen. Das Spiel wird begleitet vom Jubel der jungen Zuschauer, die in der vormittäglichen Hitze ihre Mitschüler auf dem Spielfeld anfeuern. Nelson Neves schließt das Fenster. „Konzentration ist wichtig“, sagt Mann in dem weißen Kittel, dessen Ränder mit bunten Farben versehen sind. Nachdem er den etwa zwanzig Schülerinnen und Schülern seines Kurses die Aufgaben erklärt hat, geht er von Tisch zu Tisch und überprüft, wie die Teilnehmer des Workshops erste Skizzen machen, bevor sie ihre Zeichnungen genauer ausführen und mit Farben arbeiten.