Chamber
Das Parlament bekennt sich in Debatte zu Luxair
Seit Mitte März ist es auch am Luxemburger Himmel ruhig. Lediglich gelegentliches Aufheulen von Cargolux-Triebwerken beim Starten oder Landen ist zu vernehmen. Luxair hat seine Aktivitäten seit fast zwei Monaten ganz heruntergefahren. Lockdown, Grenzschließungen und Quarantäne-Forderungen für Einreisende in etlichen Ländern haben den Tourismus zum Erliegen gebracht. Damit ist einer der zwei wichtigsten Pfeiler des Luxair-Unternehmens und der Flughafengesellschaft weggebrochen. Dem anderen gewinnbringenden Bereich, dem Frachtbetrieb, verhalf die Corona-Krise hingegen zu einem unerwarteten Auftrieb. Während der Flughafen im März ein Minus an Passagieren von 60 Prozent verbuchte und im April nahezu keine Passagiere abfertigte, verzeichnete Cargolux ein Plus von 7 Prozent im April.
Luxair plant den Exit aus seinem Lockdown für Juni Archivbild: Editpress/Hervé Montaigu
Die Luftfahrt und insbesondere die Situation um Luxair waren gestern Thema einer von der CSV beantragten Aktualitätsdebatte. Dem Dachverband der Fluggesellschaften IATA zufolge muss die internationale Luftfahrt wohl mit einem Verlust von 230 Milliarden Dollar rechnen. Laut Experten werde es drei Jahre dauern, bis sich die Branche wieder erholt hat. Große Gesellschaften wie Lufthansa oder KLM/Air France werden von ihren jeweiligen Ländern unterstützt. Daran erinnerte Serge Wilmes (CSV) in seiner Einführung in die Debatte. Für Luxemburg sei Luxair von nationalem Interesse. Fast 900 Beschäftigte befinden sich in Kurzarbeit. Laut Max Hahn (DP) werden am Flughafen 5 Prozent des Bruttonationalprodukts erwirtschaftet. Vom Flughafenbetrieb hängen direkt und indirekt 24.000 Arbeitsstellen ab.