Dass Satire alles darf, ist in Zeiten der Cancel Culture längst nicht mehr wahr – aber wie weit darf die Kunst noch gehen, und wie sehr zieht sie sich in vorauseilendem Gehorsam den eigenen Maulkorb über? In Thomas Melles „Ode“ ist die Welt eine überfüllte Tanzfläche, auf der sich die Kunst, behutsam darauf achtgebend, ja niemandem auf die Füße zu treten, in Richtung Tresen schleicht, um dort ihre eigene Irrelevanz zu feiern.
21.04.2023