Forum von Guy Rewenig
Wer ist hier der innere Feind? Wie ein ADR-Abgeordneter das Parlament lächerlich macht
Die politischen Leistungen dieser Partei sucht man vergebens. Keine einzige nationale oder lokale Errungenschaft trägt die Handschrift der ADR. Doch im großmäuligen Auftrumpfen ist der kleine Verein nicht zu übertreffen. Seine Spezialität ist das Heruntermachen schutzbedürftiger Minderheiten.
Foto: Editpress/Alain Rischard
Großes Geschrei, maximale Entrüstung, Zeter und Mordio – mit ihrem üblichen Gepolter hat die ADR jüngst einen demokratisch gefassten Beschluss junger Menschen quittiert: Das Schülerkomitee im Escher Lycée Hubert Clément hatte in aller Freiheit entschieden, die ADR nicht zu einem Rundtischgespräch mit Parteivertretern einzuladen. Die Veranstalter wollten keine Politiker in ihrer Schule haben, die sich regelmäßig durch Hassbotschaften hervortun. Dieser Entscheid war nicht nur einleuchtend, sondern geradezu vorbildlich. Jedenfalls bewiesen die Schüler weit mehr Gespür für rote Linien als etwa der amtierende Parlamentspräsident, der sich der demokratiezersetzenden ADR gegenüber immer wieder in Ausflüchte rettet. Seine seltsam zögerliche Ja-nein-doch-vielleicht-aber-jein-Rhetorik bei Vorwürfen von krasser Menschenrechtsverletzung ist das genaue Gegenteil einer konsequenten Brandmauer.