Kommentar

Veruntreuungsaffäre in Hesper: Untersuchungsberichte lassen Fragen offen

Zwei Gemeindemitarbeiter sollen über Jahre hinweg Geld aus der öffentlichen Kasse abgezweigt haben

Zwei Gemeindemitarbeiter sollen über Jahre hinweg Geld aus der öffentlichen Kasse abgezweigt haben Foto: Editpress/Max Echternkamp

Die Berichte der disziplinarischen Untersuchungskommission in der Hesperinger Veruntreuungsaffäre haben es in sich, unter anderem weil wichtige Fragen offen bleiben. Ein Beispiel: Laut einer Zeugenaussage sei einer der zwei Beschuldigten schon vor rund zehn Jahren aufgefallen, als er, unter dem Vorwand, eine Prozedur beschleunigen zu wollen, Unterschriften des Schöffenrats gescannt hatte. Die Frage, die im Raum steht, ist: Hat dieser Zeuge dies seinem Vorgesetzten gemeldet? Was waren die Konsequenzen? Beide Beschuldigten seien zudem auch um das Jahr 2012 wegen einer viel zu hohen Bestellung aufgefallen. Egal, welcher der Vorfälle der erste war, spätestens beim zweiten Mal hätten sich vielleicht genauere Nachforschungen empfohlen. Geschah dies?

Bürgermeister Marc Lies (CSV) hat stets Kommentare zur Affäre mit Blick auf die laufenden strafrechtlichen Ermittlungen abgelehnt. Er reagierte aggressiv, als in einer Gemeinderatssitzung vorigen Oktober Mitglieder der Opposition Details zur Veruntreuungsaffäre wissen wollten. Bei den Angeklagten handele es sich um kriminelle Elemente; sie seien die Schuldigen. Aber wie steht es mit der Verantwortung des Schöffenrats? Wenn zum Beispiel in eine Wohnung eingebrochen wird, ist es für die Versicherung durchaus von Belang, ob der Besitzer den Hausschlüssel an der Tür vergessen hat, oder gar die Tür offenstehen ließ, als er die Wohnung verließ. Die „Kriminelle Elemente“-Erklärung genügt nicht, um offene Fragen zu beantworten.

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