Der Politflüsterer

Mischo vor Comeback?

Glückliches Luxemburg, die Diskussion über ein kommunalpolitisches Comeback, ein ob gestellter Fragen erstaunter Minister und ein ziemlich Putin-affiner Petent. Das sind die Themen in des Politflüsterers Bericht Ende Februar.

Georges Mischo, ehemaliger RTL-Sportkorrespondent, spricht vor Publikum und erklärt, wie man sich Gehör verschafft

Wie man sich Gehör verschafft, weiß der ehemalige RTL-Sportkorrespondent Georges Mischo Foto: Editpress/Alain Rischard

Was kommentiert werden muss, muss kommentiert werden, denkt der Politflüsterer. Er unterschätzt das Pensum. Luxemburg produziert politische Nebenhandlungen inzwischen in Serienlänge und jede Staffel endet genau dort, wo man endlich gern wüsste, wie es ausgeht. Also hüllt er den Mantel des Schweigens über ein paar Themen, nur um die wichtigsten lauter zu sagen. Und beginnt brav mit einem Mea culpa.

Ja: Im Bommeleeër-Bis-Prozess hatte er Freisprüche auf der ganzen Linie erwartet. Nun kam es anders. Es gab eine Verurteilung. Und doch gilt: Noch ist nichts fertig. Berufung wird eingelegt und Reuland ist noch nicht aus Straßburg zurück. Was bleibt, ist dieses Grundgefühl: „Nicht weitergekommen“ klingt manchmal nicht nach Skandal, sondern nach Formular. Akte zu. Nächster bitte. Felix Luxemburg!

Apropos Aktenlage: Steht Ex-Sport- und Arbeitsminister Georges Mischo vor einem kommunalpolitischen Comeback? Das Rätsel treibt erstaunlich viele um. Unklar ist nur, ob aus Vorfreude oder aus Fluchtinstinkt. Der Politflüsterer staunt weniger darüber als über etwas anderes: Trotz mehrmaligen Nachfragens kann offenbar niemand, weder auf Gemeinde- noch auf nationalem Niveau, glasklar juristisch sagen, ob das möglich ist oder nicht. Ein Unding. Luxemburg, das Land der klaren Regeln. Fest steht: Mischo zeigt wieder Präsenz, zuletzt beim Escher Burgbrennen. Und wie ein erfahrener Zyniker sagt: Wer zurück ins Parlament will, braucht Stimmen. Wer Stimmen will, sucht sich eine Bühne – und ein Mikrofon. Warum also nicht Esch?

Es ist ein Jammer. Minister, gewesene und seiende, haben so ihre Sorgen. Meisch zum Beispiel. Der lud die Presse zu einer Pressekonferenz über die nationale Elternvertretung ein und wirkte dann leicht genervt, dass Fragen gestellt wurden. Fragen! Auf einer Pressekonferenz! Wo kommen wir denn da hin? Vielleicht gab es bei den Fragen aus seiner Sicht keine wirkliche Win-win-Situation?

Definitiv nicht auf der gewinnenden Seite steht auch jener Petent, der eine wöchentliche Patriotismus-Stunde an den großherzoglichen Grundschulen einführen will. Schon das Wort „Patriotismus“ verursacht Unwohlsein. Aber dann kommt der Nachsatz: Das Ganze solle nach russischem Modell organisiert werden. Soll sich der Petent doch mal mit Putins Patriotismus beschäftigen. Der schmeckt in Luxemburg, außer ein paar Randfiguren, niemandem. Und das ist, denkt der Politflüsterer, ausnahmsweise mal eine ziemlich beruhigende Nachricht.

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