Forum von Céline Zimmer
Mateneen. Fireneen.
In seiner Rede zur Lage der Nation sprach der Premierminister am Dienstag über einiges, über die größte Sorge der Luxemburger Wähler nur recht wenig. Etwas weniger als 10 Prozent seiner Rede widmete er unserer Wohnungskrise und den „Lösungen“, die die aktuelle Regierung hier vorschlägt, bereits umgesetzt hat oder noch umsetzen will.
Es bedarf mehrerer Lösungen, um die „Logementskris“ zu bewältigen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Anzubieten hatte er in seinem angebotsstärkenden Werkzeugkasten unter anderem die Vereinfachungen der Bauprozeduren, die beispielsweise dabei helfen sollen, Baugenehmigungen schneller zu erlangen (denn, wie der Premier sagte: „Mir wëssen all, dass d’Prozeduren déi gréisste Baustell am Land sinn!“), das Vertrauen des Käufers in die VEFA zu stärken und – natürlich – „gemeinsam un all Hiewel usetzen, fir Neibaute vum Privatsecteur ze encouragéieren“. Den bezahlbaren Wohnraum durch die öffentliche Hand erwähnte er dann noch kurz im letzten Teil zu dem Thema „Logement“. Über den Mietwohnungsmarkt in Luxemburg, auf den mittlerweile immerhin etwa ein Drittel der gesamten Landesbevölkerung zurückgreifen muss, und der innerhalb der letzten Jahre den stärksten Preisanstieg verzeichnet hat, verlor er immerhin einen ganzen Satz.
Dass der Premierminister, sobald er über die Wohnungskrise sprechen muss, nach wie vor auf die Milchmädchenrechnung zurückgreift, dass „méi, a méi séier bauen“ uns aus dieser Krise retten könnte, zeigt, wie wenig Platz die vielschichtige Realität des Marktes in seiner Politik findet. Dass Wohnungspreise prinzipiell durch das marktwirtschaftliche Prinzip von Angebot und Nachfrage bestimmt werden, ist richtig. Dass jedoch eine schlichte Erhöhung des Angebotes unsere Wohnungskrise lösen könnte, ist nicht nur deutlich zu kurz gegriffen, sondern auch realitätsfern.