Kommentar
Marche féministe am 8. März: Zeit, aufzustehen
Sexismus und sexuelle Gewalt sind Alltag für viele Frauen – auch in Luxemburg. Deshalb ist der 8. März immer noch nötig.
Foto: Editpress/Julien Garroy
Am internationalen Weltfrauentag am 8. März findet auch in Luxemburg wieder die „Marche féministe“ statt. Die Plattform „JIF Luxembourg“ ruft seit dem Wochenende dazu auf, an diesem Tag auf die Straße zu gehen und sich gegen Sexismus sowie für die Rechte von Frauen starkzumachen. Das stößt bei manchen auf Unverständnis: Frauen gehe es in Luxemburg doch gut, heißt es dann oft.
Wer das behauptet, schaut nicht hin. Denn das Gespräch mit der Gründerin der Plattform „L’effrontée“ zeigt, warum solche Aussagen an der Realität vorbeigehen. Seit 2023 ruft Alice Welter auf Instagram Frauen dazu auf, anonym über ihre Erfahrungen mit Sexismus und sexuelle Gewalt zu berichten. Kurz nach dem Aufruf wurde sie mit Erfahrungsberichten überhäuft.
Frauen erzählten von Übergriffen bei der Geburt, Belästigungen von Ärzten, aber auch von Grenzverletzungen in der Sauna. Andere berichteten von sexistischen Kommentaren auf der Straße, von sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigungen. Alles das geschah hier, in Luxemburg.
Diese Berichte machen deutlich: Sexismus und sexuelle Gewalt sind keine Randphänomene, sondern Alltag für viele Frauen – auch im Großherzogtum. Projekte wie „L’effrontée“ und Veranstaltungen wie die „Marche féministe“ machen darauf aufmerksam, aber nicht nur allein darauf. Leider gibt es viele gute Gründe, um aufzustehen und am 8. März auf die Straße zu gehen.