Kommentar

Krawall und Euphemismus: Über die politische Sprache von Trump bis Frieden

Häufig auf Krawall gebürstet: US-Präsident Donald Trump bei seiner Pressekonferenz auf dem NATO-Gipfel

Häufig auf Krawall gebürstet: US-Präsident Donald Trump bei seiner Pressekonferenz auf dem NATO-Gipfel Foto: Matthias Schrader/AP/dpa

Politikern wird häufig vorgeworfen, sich zu kompliziert und wenig verständlich auszudrücken, viele Fachbegriffe oder verschachtelte Sätze zu benutzen und sich hinter Worthülsen zu verstecken – nicht, wie es Menschen normalerweise tun. Anders bei Donald Trump. Seine Sätze sind kürzer, seine Worte leichter zu verstehen. Damit suggeriert der US-Präsident Volksnähe und ein Gefühl der Verbundenheit mit den einfachen Leuten. Eben wie es für viele Populisten typisch ist. Von einer richtigen Spoken-Word-Performance ist dies meilenweit entfernt. In dieser Kunst haben ihm seine Landsleute Jello Biafra und Henry Rollins einiges voraus, auch sein Vize J.D. Vance, der im Stile eines rhetorisch versierten Predigers auftritt. Dagegen ist Trumps Vokabular limitiert. Es reicht von „beautiful“ und „wonderful“, „great“ und „amazing“ bis hin zu „tariff“ als angeblich schönstem Wort im Wörterbuch und dem exzessiv verwendeten „very“ – oder „disgraceful“, wie er jüngst auf der Pressekonferenz beim Haager NATO-Gipfel ihm verhasste Pressevertreter titulierte.

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