Kommentar
Gleichberechtigung fängt zu Hause an
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Gleichstellungsministerin Taina Bofferding sagte kürzlich, dass durch die sozioökonomischen Konsequenzen der Corona-Krise die Stereotypen der 1950er-Jahre wieder aufleben könnten: Die Frauen übernehmen den Haushalt und die Kinderbetreuung, während der Mann sich außer Haus oder mittlerweile auch im Home-Office um die Geldbeschaffung kümmert.
Die drei Paare, die dem Tageblatt zu diesem Thema Rede und Antwort standen, haben sich im Gegensatz zu dem gängigen Klischee die Hausarbeit so aufgeteilt, dass es für sie vertretbar ist. Die Corona-Krise hat bei ihnen keine zusätzliche Krise im eigenen Zuhause ausgelöst. Zahlen dazu, wie es im restlichen Luxemburg und in anderen gesellschaftlichen Schichten aussieht, fehlen bisher. Bereits im April 2020 hatte die Plattform JIF („Journée internationale des femmes“) dazu aufgerufen, gendersensible Daten im Zusammenhang mit der Krise zu analysieren. Im Januar 2021 hat das Gleichstellungsministerium dem Folge geleistet und eine Studie angekündigt. Die wichtigsten Zahlen zum Thema Gleichberechtigung in der Pandemie sollen bis Ende des Jahres zusammengetragen werden.
Doch schon in Zwischenzeit gilt es, die Gleichstellungsarbeit – trotz aller anderen Probleme – nicht hintanzustellen. Wenn die Errungenschaften in der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau innerhalb eines Jahres zunichtegemacht werden könnten, dann zeigt dies, auf welch wackeligen Füßen diese Erfolge immer noch stehen. Doch auch für Paare selbst gilt es, wachsam zu bleiben und für Gleichberechtigung im eigenen Daheim zu sorgen.