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Frieden auszeichnen, während die Welt brennt?

Ana Corina Sosa, Tochter der Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado, nimmt den Preis stellvertretend für ihre Mutter entgegen

Ana Corina Sosa, Tochter der Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado, nimmt den Preis stellvertretend für ihre Mutter entgegen Foto: Ole Berg-Rusten/NTB Scanpix Pool/AP/dpa

Jedes Jahr entbrennt aufs Neue die Debatte darüber, wer den Friedensnobelpreis verdient hätte. In diesem Jahr dominieren Namen wie Donald Trump oder María Corina Machado die Schlagzeilen. Doch all diese Diskussionen lenken von der eigentlichen Frage ab. Kann man heute überhaupt noch glaubwürdig einen Friedenspreis verleihen? Der Preis wurde ins Leben gerufen, um ein Zeichen der Hoffnung zu setzen und eine moralische Gegenkraft zur zerstörerischen Kraft des von Alfred Nobel erfundenen Dynamits zu schaffen. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch immer wieder Widersprüche. Vier US-Präsidenten wurden ausgezeichnet – Männer, deren politische Entscheidungen oftmals im Konflikt mit dem Ideal des Friedens standen. So verfolgte Theodore Roosevelt eine machtorientierte Außenpolitik, Woodrow Wilson führte sein Land durch den Ersten Weltkrieg und Barack Obama autorisierte jene Drohneneinsätze, die weltweit kritisiert wurden, nachdem er den Preis bereits erhalten hatte. Solche Beispiele lassen Zweifel an der Konsequenz des Nobelkomitees aufkommen.

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