Kommentar

Der lange Weg der Demokratie: Südafrika nach der Wahl

Ein Pappaufsteller des amtierenden südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa

Ein Pappaufsteller des amtierenden südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa Foto: Paul Botes/AFP

Zu demokratischen Wahlen gehört nicht zuletzt, dass man sie verlieren kann. Nach der Parlamentswahl in Südafrika wird von einer „historischen“ Wahlniederlage des African National Congress (ANC) und von einer politischen Wende gesprochen. In der Tat hat die ehemalige Befreiungsbewegung mit 40,2 Prozent der Stimmen erstmals seit den ersten allgemeinen und freien Wahlen im April 1994, die damals das Ende der Apartheid markierten, die absolute Mehrheit verloren. Bei dem Urnengang 2019 hatte der ANC noch 57,5 Prozent erhalten. Damit wurde er nicht zuletzt für das abgestraft, was ihm nicht gelungen ist: die eklatante soziale Ungleichheit sowie die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit und die anhaltend hohe Kriminalität erfolgreich zu bekämpfen. Vor allem aber gilt der ANC heute für viele Südafrikaner als Synonym für ein korruptes Regime.

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