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Der Streisand-Effekt: Yves Breistroff über Trump und die Epstein-Affäre
Foto: Adam Gray/Getty Images via AFP
Das Ehepaar Adelman – er ist Fotograf, sie ist Helikopterpilotin – hat 2002 ein Projekt ins Leben gerufen, das die Erosion der Küste Kaliforniens in über 12.000 Fotos dokumentieren soll. Eines der Fotos, Nr. 3850, zeigte das üppige Anwesen der weltbekannten Sängerin, Schauspielerin, Philanthropin und Umweltaktivistin Barbra Streisand. Die beträchtliche Immobilie in Malibu mit ausufernden Dimensionen ist eine Hommage an eine überaus erfolgreiche Karriere. Es geht nicht darum, zu kritisieren, wofür jemand sein wohlverdientes Geld ausgibt, aber dieses imposante Herrenhaus passt nicht zu jemandem, der sich seit Jahren für die Notwendigkeit einsetzt, dass andere ihren Kohlendioxid-Fußabdruck reduzieren. Frau Streisand verklagte das Ehepaar Adelman im Jahr 2003 auf Schadensersatz in Höhe von 50 Millionen US-Dollar, um besagtes Foto aus der Kartei zu löschen. Bis dahin wurde es insgesamt sechsmal heruntergeladen, davon zweimal von ihren Anwälten. Das Foto, das bis dahin niemanden interessierte, zog von einem Moment zum anderen alle Blicke auf sich. Die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der internationalen Presse, weckte großes Interesse und verbreitete sich viral in den Medien. Sie wurde millionenfach geklickt. Fortan war der Streisand-Effekt geboren.