Kommentar

Das Kettensägenmassaker: Argentinien nach dem Wahlsieg von Javier Milei

Javier Milei, Präsidentschaftskandidat der libertären Partei La Libertad Avanza, feiert mit seiner Schwester Karina Milei während seiner Siegesrede nach dem Sieg bei der Stichwahl. 

Javier Milei, Präsidentschaftskandidat der libertären Partei La Libertad Avanza, feiert mit seiner Schwester Karina Milei während seiner Siegesrede nach dem Sieg bei der Stichwahl.  Natacha Pisarenko/AP/dpa

Es ist wie in einem Horrorfilm: Man glaubt, alles sei nur ein Albtraum, wacht schweißgebadet auf – und erkennt, dass der Traum Wirklichkeit geworden ist. Javier Milei hat die Präsidentschaftswahl in Argentinien mit 55,76 Prozent der Wählerstimmen deutlich vor dem peronistischen Wirtschaftsminister Sergio Massa mit 44,23 Prozent gewonnen. Im Wahlkampf hat der ultrarechte, selbsternannte „Anarchokapitalist“ eine radikale Kehrtwende in der argentinischen Politik angekündigt: Er will den US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel einführen, die Zentralbank sowie einige Ministerien abschaffen und die Sozialausgaben kürzen. Bei Auftritten vor seiner Anhängerschaft trat er in den vergangenen Wochen und Monaten häufig mit einer Kettensäge auf. Sie ist zu seinem Symbol geworden. Denn während der Regierungskandidat Massa für die bisherige Politik mit massiven Eingriffen des Staates in die Wirtschaft und umfangreichen Sozialprogrammen stand, bevorzugt Milei den Kahlschlag als Lösung.

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