Der Politflüsterer

Bofferding und der rechtspopulistische Bürgermeister: Bier mit Beigeschmack

Sorgen ums Sparkonto, Warten aufs Südspital, Ärger auf Belgiens Straßen, Luxemburgisch auf Kommando und ein Bier mit Beigeschmack. Des Politflüsterers Wochenrückblick.

Südspital heute: 2025 sollte eigentlich der erste Patient hier betreut werden

Südspital heute: 2025 sollte eigentlich der erste Patient hier betreut werden Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Die moderne Technik, unser Freund und Helfer? Der Politflüsterer zweifelt. Bald muss man jeden Morgen die PIN seiner Bankkarte ändern. Am besten noch vor dem Zähneputzen. Wem soll man noch trauen, wenn sich selbst Stimmen und Gesichter täuschend echt nachahmen lassen? Vielleicht sollte man sich wieder öfter persönlich treffen. Miteinander reden. Bar bezahlen. Altmodisch, aber sicher!

Wobei auch persönliche Gespräche keine Ergebnisse garantieren. 2019 saßen Eschs damaliger Bürgermeister Georges Mischo und CHEM-Generaldirektor Hansjörg Reimer in einer lauschigen Ecke auf dem Galgenberg. Thema: das Südspital. Auf Anregung des Gesundheitsministeriums könne der erste Patient mit etwas Verspätung erst 2025 betreut werden, hieß es. Auf der Wiese in Raemerich wächst derweil das Unkraut. Nun soll das Ministerium wieder Pläne prüfen und Vorschläge machen. Uff, denkt der Politflüsterer. Einer Eröffnung noch in diesem Jahrhundert steht definitiv nichts mehr im Wege.

Eine belgische Zumutung

Jüngst fuhr der Politflüsterer nach Brüssel. Gut gelaunt. Nicht lange. Die belgischen Autobahnen sind wie die Züge: eine Zumutung. Eine Studentin brauchte kürzlich mit dem Zug über vier Stunden nach Brüssel. Woran man Belgien erkenne, fragte neulich ein niederländischer Freund des Politflüsterers. An den Autobahnen. Sollte die Straßenmaut kommen, landet das Geld hoffentlich auch in den Straßen. Die Belgier könnten sich beim französischen Télépéage etwas abschauen: Der Badge zieht beim Autowechsel mit. Riecht zumindest nach Nutzung statt nach Abzocke. Und für sein Geld bekommt man auch noch eine richtige Autobahn.

Der Teufel steckt im Detail. Bei der Petition zur Integrationssprache Luxemburgisch heißt dieses Detail „verpflichtend“. Wer dauerhaft hier lebt oder arbeitet, soll Luxemburgisch lernen müssen. Integration per Anordnung. Der Politflüsterer wittert Kalkül. Eine pauschale Sprachpflicht stößt auf rechtliche Grenzen. Umso praktischer. Das bekannte Rezept oppositioneller Grüppchen: Unmögliches fordern und anschließend vorgeben, als wollten die Verantwortlichen bloß nicht. Die einen erklären, warum es nicht geht. Die anderen sammeln die Empörung ein. Ein Geschäftsmodell, für das man nicht einmal liefern muss.

Nun denn. Der Politflüsterer genießt jetzt sein Wochenende. Sein Bier trinkt er sicher nicht im benachbarten Hayange. Dort zeichnete Bofferding jüngst ein Lokal mit der „Gëlle Flûte“ aus. Und der rechtspopulistische Bürgermeister durfte gleich mitglänzen.

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